Der Weg zum Wohngeld

Die Zahlung von Wohngeld soll einkommensschwachen Haushalten das angemessene und familiengerechte Wohnen sichern. Es kann als Mietzuschuss für Mieter von Wohnungen oder auch als sogenannter Lastenzuschuss für Eigentümer selbst bewohnter Eigentumswohnungen oder Häuser gewährt werden. Der Bezug von Wohngeld ist im Wohngeldgesetz (WoGG) und in der Wohngeldverordnung (WoGV) geregelt.

Anspruchsberechtigte

Wohngeld zu beantragen lohnt sich vor allem für alle diejenigen, die quasi „zu wenig zum Leben aber zu viel zum Sterben“ haben. Damit ist ein Kreis von Bedürftigen gemeint, die jedoch keinen Anspruch auf ALG2-Leistungen (sogenanntes „Hartz IV“) haben. Vor allem für Praktikanten, Berufseinsteiger oder junge Selbstständige macht es sich bezahlt, Wohngeld zu beantragen. Für Auszubildende und Studenten kann ebenfalls Wohngeld bewilligt werden, wenn nicht eine sogenannte „Gesetzeskonkurrenz“ zu den Leistungen nach dem BaföG besteht. Ob und in welcher Höhe Wohngeld gewährt wird hängt in jedem Fall von dem jeweiligen Einkommen, der Zahl der im Haushalt lebenden Personen und der Höhe der zuschussfähigen Miete oder Belastung ab.

Vorüberlegungen

Vor dem Wohngeld beantragen sollte sich jeder bei der zuständigen Wohngeldbehörde (z. B. über die Internetseiten der jeweiligen Stadtverwaltung bzw. Verwaltungsstelle des Landeskreises) informieren. Meist können über diese Webseiten auch gleich die Antragsformulare und eine Ausfüllhilfe heruntergeladen werden. Diese Internetseiten oder andere Internet-Portale bieten auch oft die Möglichkeit, einen eventuellen Anspruch vorher unverbindlich online zu berechnen.
Die Wohngeldbehörden führen bei der Prüfung der Anspruchsberechtigung eine sogenannte Plausibilitätsprüfung durch. Dabei ist es wichtig, der Wohngeldbehörde beim Wohngeld beantragen nachzuweisen, dass mit dem selbst erzielten Einkommen (oder vorhandenen Sparrücklagen) zuzüglich dem eventuell zu leistenden Wohngeld mindestens 80 Prozent des Bedarfes nach SGB XII („Hartz IV“ Regelsätze) erreicht werden.
Daher sollte sich jeder vor dem Wohngeld beantragen überlegen, ob seine Einkünfte auch hoch genug sind, um nach der Zahlung von Wohngeld seine monatlichen Ausgaben mit Hilfe dieses Zuschusses bestreiten zu können.

Antragstellung

Wohngeld wird nur auf Antrag bei der zuständigen örtlichen Wohngeldbehörde gewährt. Es wird ab dem 1. des Monats der Antragstellung (auch bei Abgabe am letzten Tag des Monats, Achtung: es zählt der Eingangsstempel der Wohngeldbehörde) für volle Monate geleistet.

Um Wohngeld zu beantragen müssen neben dem unterschriebenen Antragsformular selbst auch zahlreiche Unterlagen vorgelegt werden. Dazu gehören:
– Personalausweis, Pass oder amtliche Meldung (bei Ausländern auch eine Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung)
– Mietvertrag und relevante Ergänzungsvereinbarungen (wie z. B. angepasste Betriebskostenvorauszahlungen)
– Nachweis über die Mietzahlungen
– Einnahmen aus Untervermietungen (z. B. bei Wohngemeinschaften)
– Unterlagen über den Besitz und die monatlichen Belastungen von Wohneigentum
– Aktuelle Verdienstbescheinigungen, Rentenbescheide oder andere Leistungsbescheide
– Nachweise über sonstige Einnahmen, wie z. B. Kapitalerträge, Krankengeld, Unterhaltsleistungen etc.
– Bei Selbstständigen: Nachweis über Einnahmen bzw. Einkommensprognose für die kommenden zwölf Monate sowie ausgefüllter Fragebogen für Gewerbetreibende und Selbstständige
– Bei Einkommensteuerpflichtigen: letzter vorliegender Einkommenssteuerbescheid und eventuelle Vorauszahlungsbescheide
– Nachweis über zu entrichtende Steuern vom Einkommen
– Nachweis über die Höhe und Zahlung von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung
– Nachweise über Schwerbehinderung, Pflegebedürftigkeit
– Nachweis über die Anerkennung als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung
– Nachweis über die Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen oder erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten

Berechnung und Bewilligung

Anhand der Angaben und Unterlagen, die beim Wohngeld beantragen eingereicht wurden, ergeht meist innerhalb von vier bis sechs Wochen ein Wohngeldbescheid. Der Bewilligungszeitraum beträgt in den meisten Fällen 12 Monate.
Bei der Höhe des Wohngeldes werden bestimmte Mietstufen berücksichtigt. Diese Einstufung wird für jede Kommune in Deutschland festgelegt und spiegelt die durchschnittliche Miethöhe in der Kommune wider (von 1 – sehr niedrig bis 6 – sehr hoch). Nach Ermittlung der Mietstufe und dem Einkommen des Antragstellers kann dann in der Wohngeldtabelle die Höhe des Wohngeldes abgelesen werden. Diese Wohngeldtabellen werden auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auch veröffentlicht.

Überprüfen des Bewilligungsbescheides

Nach der Übersendung des Bewilligungsbescheides sollte in jedem Fall der Bescheid auf seine Richtigkeit überprüft werden. Anhand der Wohngeldtabellen kann der bewilligte Betrag kontrolliert werden. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die angegebenen Daten beim Wohngeld beantragen alle korrekt eingeflossen sind. Neben der Berechnung des Einkommens und eventueller Freibeträge sollte auch die korrekte Beachtung kalter und warmer Betriebskosten als zu berücksichtigender Teil der Miete abgeglichen werden.
Spätere Veränderungen der persönlichen Wohn- und Einkommensverhältnisse sind den Wohngeldbehörden unverzüglich mitzuteilen.

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