Der Wohnungsmarkt in Deutschland

Ein Überblick über den Wohnungsmarkt in Deutschland

Knapp 60 Prozent der Bevölkerung Deutschlands wohnt laut Statistiken zur Miete. In der Entwicklung des Wohnungsmarktes hat sich in den letzten Jahren viel getan, wenngleich nicht alles nur zum Positiven. Wer als Mieter auf Wohnungssuche ist, wird es in manchen Fällen und mancherorts schwer haben, das Passende zu finden. Die Zukunft lässt allerdings nicht auf bessere Wohnungsmarkt-Zeiten hoffen, insbesondere was günstigen Wohnraum angeht und auch bei den Kaufpreisen von Eigentumswohnungen sichtbar ist.

Wohnungsmarkt in Deutschland mit Prognose für weitere Preisanstiege von Mietobjekten

Derzeit stehen laut Statistiken rund 18 Millionen Wohnung in der Vermietung. Zu schaffen macht diese relativ geringe Summe vor allem Geringverdienern in den Großstädten wie München, Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt zu schaffen.

Die Zahl der Sozialwohnungen geht immer weiter zurück. Gründe sind dafür vor allem auslaufende Bindungen, die aufgrund von Sparmaßnahmen der Kommunen nicht weiter fortgeführt werden. Diese resultierten wiederum überwiegend daraus, dass die sogenannte Fehlbelegungsabgabe kaum noch Anwendung findet. Dabei verlieren Mieter von Sozialwohnungen aufgrund einer verbesserten wirtschaftlichen Lage den Anspruch auf günstigen Wohnraum und müssten in Anlehnung an ihre Einkommen höhere Mietkosten tragen. Allerdings ist die Zahl der Fehlbelegungsabgaben drastisch gesunken, sodass auch hier die Aussetzung Kommunen nahezu deutschlandweit zum Abbau von Sozialwohnungen zwingt.

Zusätzlich fehlt es an Investoren, die bereit sind, durch Wohnungsbaudarlehen neuen Sozialwohnraum zu schaffen, da zur Zeit zu viele günstige Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und Investoren auf dem freien Markt bessere und lukrative Geschäfte sehen.

Vor allem macht sich dies in Sachsen bemerkbar, wo das Angebot an Sozialwohnungen drastisch gesunken ist. In Brandenburg zeigt sich allerdings laut Bundesbauministerium eine Steigerung von sozialen Bauten, die hier aufgrund der immensen Zuwanderung aus anderen Städten und dem Wirtschaftswachstum zuzuschreiben ist.

Dagegen steigt das Angebot an Luxus-Wohnungen. Steuerfreundliche Sanierungen machen sich viele Wohnhausbesitzer zu Nutze und vermieten dann spätestens bei der Neuvermietung für spürbar höhere Mieten.

Der Fakt, dass immer mehr 1-Personen Haushalte gegründet werden, schmälert die Mietangebote auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich. In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern, ist derzeit jede dritte Wohnung ein 1-Personen-Haushalt. In mittelgroßen Städte zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern sind es 27 Prozent mit steigender Tendenz. Obwohl 2014 für circa 230.000 Wohneinheiten Baugenehmigungen deutschlandweit erteilt wurden, reicht dies aber nicht aus, um den Bedarf an günstigen Wohnungen zu decken.

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Ein Überblick über den Wohnungsmarkt in Deutschland bietet diese Grafik – einfach klicken für die PDF

Durchschnittlichen Miet- und Kaufpreise in den Bundesländern

In NRW liegt der durchschnittliche Mietpreis bei 6,33 Euro. In Bayern liegt der durchschnittliche Mietpreis zwar bei unter 8 Euro, bedingt durch zahlreiche günstigere Wohnungen außerhalb der Stadt und Ballungsgebieten, aber Bayern führt damit dennoch die Liste der teuersten Mieten an. Dahinter folgt Baden-Württemberg mit 7,50 Euro pro Quadratmeter und Schleswig-Holstein sowie Rheinland-Pfalz mit knapp über 6 Euro pro Quadratmeter. Brandenburg, das Saarland und Niedersachsen bieten Mietwohnungen unter 6 Euro pro Quadratmeter, während Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt das Schlussbild mit durchschnittlichen Mietpreisen von knapp über 5 Euro pro Quadratmeter bilden.

Wenn Sie an das Kaufen einer Immobilie denken, müssen Sie mit einem landesweiten Durchschnitt in NRW von 1.432 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung rechnen, während Mehrfamilienhäuser durchschnittlich mit 820 Euro pro Quadratmeter angeboten werden.

Durchschnittliche Miet- und Kaufpreise der 10 größten Städte Deutschlands

Hamburg ist zählt mit durchschnittlichen Mieten von 8.86 Euro pro Quadratmeter auf dem Wohnungsmarkt zu den teuersten Städten Deutschlands. Spürbar teurer wird es allerdings in Berlin, Düsseldorf, Köln und München, wobei Düsseldorf mit 9,80 Euro sowie Berlin mit 10,64 Euro und Köln mit 11,65 Euro pro Quadratmeter noch weit unter den Mietpreisen in München von 19,02 Euro für zentrumsnahe Wohnungen liegen. Hingegen kommen Stuttgart und Frankfurt mit durchschnittlichen 17,80 EUR Euro beziehungsweise 15,25 Euro pro Quadratmeter Münchens Mietpreisen nahe. Essen mit 7,39 Euro, Bremen mit 8,24 Euro und Dortmund mit 6,99 Euro sind als unter den 10 Größten Städten die günstigsten.

Auch bei den Kaufpreisen von Immobilien heben diese sich in Großstädten extrem ab:

  • München 6.670 Euro pro Quadratmeter
  • Frankfurt 4.599 Euro pro Quadratmeter
  • Stuttgart 4.583 Euro pro Quadratmeter
  • Düsseldorf 4.252 Euro pro Quadratmeter
  • Hamburg 4.136 Euro pro Quadratmeter
  • Berlin 3.738 Euro pro Quadratmeter
  • Köln 3.417 Euro pro Quadratmeter
  • Bremen 2.429 Euro pro Quadratmeter
  • Dortmund 1.942 Euro pro Quadratmeter
  • Essen 1.724 Euro pro Quadratmeter

Durchschnittliche Preisentwicklung in den letzten 5 Jahren

Lag der durchschnittliche Mietpreis in Berlin 2011 noch bei 6,59 Euro pro Quadratmeter, so ist dieser heute über 30 Prozent angestiegen, obwohl bis 2010 auch hier die Mieten relativ stabil waren. Aber nicht nur Berlin hat in den letzten fünf Jahren eine Mietsteigerung zu verzeichnen.

Im Durchschnitt sind die Mietpreise für Wohnraum in fast allen Großstädten in den letzten fünf Jahren kontinuierlich um 6,5 Prozent gestiegen. Allen voran zeigt sich insbesondere München, wo Sie am teuersten mieten und in beliebten Vierteln oder dem Stadtzentrum rund das doppelte vom den Durchschnittswerten bezahlen müssen.

Nur in Nordrhein-Westfälischem Ruhgebietsstädten wie Dortmund, Duisburg, Essen oder Wuppertal zeigt die Preiserhöhung bei Mietpreisen nur geringe Steigerungen.

Vor allem beim Eigentumswohnungskauf hätten Sie vor fünf Jahren viel Geld sparen können. Allein in Berlin stiegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen durchschnittlich um 20 Prozent. Wie auch bei den Mietpreisen, ist die stärkste Preiserhöhung wieder in München vorzufinden. Anfang 2010 zahlten Sie noch durchschnittlich 3.349 Euro pro Quadratmeter, 2014 bereits 5.592 Euro, wobei derzeit das durchschnittliche Preisniveau nochmals um 20 Prozent gestiegen ist.

Günstig in Deutschland wohnen

Auch wenn Sozialwohnungen immer weniger werden und die Nachfrage an preiswerten Wohnungen weiter wächst, so ist dennoch in Deutschland günstiger Wohnraum zu finden. Wenn Sie aus beruflichen oder anderen Gründen in einen der teuersten Städten leben müssen oder möchten, dann sind in der Regel Wohnraum in den ländlichen Gegenden deutlich günstiger. Ob in dem größten Bezirk Münchens Aubing-Lochhausen-Langwied, Hasenbergl oder Ramersdorf-Perlach erhalten Sie noch Wohnungen zu Preisen unter 10 Euro pro Quadratmeter.

Grundsätzlich lässt es sich aber im Osten sowie in NRW leben. In Warstein können Sie eine Altbauwohnung für unter vier Euro mieten und in Höxter sowie Marsberg um die 4,20 Euro. In Hagen liegt der Durchschnittspreis gerade knapp über fünf Euro, wie auch in Leipzig sowie Chemnitz.Auch in Niedersachsen ist in Nordenham mit Durchschnittsmieten von 4,19 Euro günstiges Wohnen zur Miete möglich.

Bei den Kaufpreisen einer Eigentumswohnung verhält es sich ähnlich. Während auch hier München zu den Spitzenreitern an höchsten Kaufpreisen zählt, gefolgt von Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf, finden sich Preisunterschiede in ländlicher Umgebung oftmals bis zu 20 Prozent.

Generell günstiger präsentiert sich der Wohnungsmarkt in zahlreichen Ost-Bundesländern. In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen erhalten Sie Wohneigentum noch für unter 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Zu berücksichtigen sind bei den durchschnittlichen Miet- und Kaufpreisen allerdings grundsätzlich der Zustand und die Ausstattung einer Immobilie. Manchmal lohnt es sich auch, Renovierungen selbst vorzunehmen

Bildquelle 1: © Sergii Figurnyi / Fotolia.com
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