Einbruchschutz

Einbruchschutz – so sicherst du deine eigenen 4 Wände

Einbrecher nutzen jede Gelegenheit, um unerkannt und unbemerkt in fremde Häuser und Wohnungen einzudringen. Neben dem Verlust von Wertgegenständen ist für die Betroffenen vor allem das mit dem Einbruch verbundene Gefühl der Bedrohung eine psychische Belastung. Oft sind Einbruchsopfer traumatisiert und fühlen sich nicht mehr sicher in den eigenen vier Wänden, selbst wenn im Nachhinein Türen, Fenster und andere Zugänge mit einem wirkungsvollen Einbruchschutz abgesichert werden. Experten und die Polizei raten daher, besser vorbeugend zu agieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, denn ein nach außen gut erkennbarer, stabiler Einbruchschutz wirkt in der Regel abschreckend genug für Langfinger. Worauf Sie beim Einbruchschutz achten sollten, welche technischen Vorkehrungen Sie treffen können und was sonst noch wichtig ist, um Ihr Hab und Gut zu schützen, verrät Ihnen der folgende Artikel.

Einbruchschutz geht jeden etwas an

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Einbruch versucht. Nicht immer haben die Einbrecher dabei Erfolg, denn nach Polizeistatistiken scheitern rund 40 Prozent an der Sicherheitstechnik. Denn wenn der Täter nicht binnen Sekunden oder Minuten in die Wohnung eindringen kann, lässt er meistens von seinem Vorhaben ab, um nicht entdeckt zu werden. Daher ist Einbruchschutz für jeden Mieter oder Hausbesitzer ein wichtiges Thema, um dauerhaft in Sicherheit leben zu können.

Gelegenheit macht Diebe, das gilt im besonderen Maße auch für Einbrüche. Wer kurz das Haus verlässt und die Tür vom ebenerdigen Balkon offen stehen lässt, der macht es einem Einbrecher besonders leicht und riskiert eine unangenehme Überraschung bei seiner Rückkehr. Noch gefährlicher ist eine längere Abwesenheit, etwa im Urlaub, denn ein überquellender Briefkasten, dauerhaft verdunkelte Fenster und runtergelassene Rollläden sind untrügliche Zeichen für ein verwaistes Wohnhaus, das auch Kriminelle wahrnehmen.

Einbrecher nutzen die schwächsten Stellen aus

Die meisten Einbrecher verschaffen sich in unter 10 Sekunden Zutritt zu ihrem Zielobjekt. Denn sie suchen gezielt nach Schwachstellen wie die offene Balkontür, um sich schnell und möglichst unauffällig Zutritt zu verschaffen. Dabei erfolgen Einbrüche bei Einfamilienhäusern meistens nicht über die Haustür, sondern die Täter kommen durch Fenster, Balkon- und Terrassentüren ins Haus, einfach deswegen, weil diese meistens schlechter einzusehen sind. Bei Mehrfamilienhäusern wird die Wohnungstür ebenso häufig Ziel des Einbrechers wie die anderen Zugangsmöglichkeiten, daher sollten Mieter und Hausbesitzer hier beim Einbruchschutz sowohl Türen wie auch Fenster absichern.

Der beste Schutz ist dabei natürlich die Abschreckung: Wer beispielsweise die Gitterroste an den Kellerfenstern mit einem massiven Schloss sichert und auch die Rollläden im Erdgeschoss mit einem von außen erkennbaren Mechanismus sichert, gibt potentiellen Tätern das Zeichen, dass es hier nur mit erhöhtem Aufwand möglich wäre, einzusteigen. Das reicht oft schon aus, um Langfinger abzuschrecken und ein paar Häuser weiter sein Glück zu versuchen. Auch ein zusätzliches Schloss für einen Querriegel an der Wohnungstür signalisiert einem Einbruchsprofi, dass er hier mit erhöhtem Widerstand zu rechnen hat, und da Einbrecher schnell und unauffällig agieren wollen, sind derart geschützte Objekte vergleichsweise unattraktiv.

So können Sie Ihre Fenster absichern

Nur wenige Einbrecher verschaffen sich mit brachialer Gewalt Zugang zur Wohnung, indem sie etwa ein Fenster einschlagen, denn das ist mit Lärm verbunden, der die Nachbarn oder aufmerksame Spaziergänger auf den Plan rufen kann. Dennoch kann die Gefahr eines eingeschlagenen Fensters durch eine durchwurfhemmende Folie nach DIN EN 365 P2A verringert werden, die ganzflächig von innen auf das Glas geklebt wird. Da jedoch Fenster häufiger aufgehebelt als eingeworfen werden, sind abschließbare Fenstergriffe oft effektiver. Diese sind von außen zu erkennen und signalisieren deutlich: Hier lohnt sich der Einbruchsversuch nicht. Voraussetzung ist natürlich, dass die Griffe nicht nur montiert, sondern auch genutzt werden.

Neue Fenster sollten den Einbruchschutz am besten fest montiert haben, zu erkennen an der Zertifizierung gemäß DIN EN 1627. Der Einbruchschutz wird in unterschiedliche Widerstandsklassen unterteilt, verhältnismäßig sicher sind die Klassen RC 2 und RC 3.

Schutz an den Türen

Zusätzliche Schlösser und ein Querriegel machen eine Wohnungstür deutlich sicherer, erhöhen jedoch auch den Aufwand für die Bewohner. Denn wenn die Schlösser nicht per Schlüssel geschlossen werden, ist der zusätzliche Einbruchschutz nur Makulatur, ein geschickter und erfahrener Einbrecher kann sich binnen Sekunden Zugang zur Wohnung verschaffen, ohne dabei Lärm zu verursachen und Gewalt anzuwenden. Daher sollten Sie immer, wenn Sie das Haus verlassen, die Türe nicht nur zuziehen, sondern auch abschließen.

Strategien gegen Einbrecher

Neben der Abschreckung durch offensichtliche Sicherheitstechnik ist Vermeidung eine der erfolgversprechendsten Strategien. Dazu zählt in Zeiten längerer Abwesenheit, dass die Wohnung dennoch bewohnt und belebt aussieht. Geben Sie Ihrem Nachbarn einen Zweitschlüssel und bitten Sie ihn, täglich nach den Blumen zu sehen, zu lüften und den Briefkasten zu leeren. Wenn Sie elektrische Rollläden haben, sollten Sie diese auch im Urlaub so einstellen, dass sie nicht dauerhaft geschlossen sind. Viele Hersteller bieten die Funktion an, dass die Rollläden zu festen Uhrzeiten geöffnet und geschlossen werden, so wirkt die Wohnung nicht verlassen.

Nutzen Sie Zeitschaltuhren, um etwa Fernseher oder Lampen in verschiedenen Zimmern zu unterschiedlichen Uhrzeiten an- und wieder auszumachen, auch so erzeugen Sie die Illusion, anwesend zu sein. Und lassen Sie sich Ihre Tageszeitung in den Urlaub nachschicken, damit bleiben Sie auch im Ausland immer auf dem Laufenden, und Ihr Briefkasten quillt nicht verdächtig über. Die meisten Zeitungsverlage bieten die Nachsendung für Abonnenten kostenlos oder günstig an, alternativ können Sie das Abo auch für die Dauer Ihrer Reise pausieren lassen.

Eine kostenlose und sachkundige Beratung zum Thema Einbruchschutz bieten die polizeilichen Beratungsstellen, die es in vielen Städten gibt. Hier können Sie sich umfassen und herstellerneutral informieren, welche technischen und sonstigen Möglichkeiten bestehen, um dauerhaft sicher und geschützt zu wohnen.

Wenn Sie einen Einbruch bemerken

Sollten Sie in Ihrem Haus einen Einbrecher vermuten, raten Experten dazu, sofort die Polizei unter der bundesweiten Rufnummer 110 zu verständigen und Lärm zu machen. Denn Einbrecher sind selten auf Konfrontation aus, im Gegenteil, wenn sie entdeckt werden, ergreifen sie in der Regel schnellstmöglich die Flucht.

Auch wenn Ihnen verdächtige Aktivitäten bei Ihren Nachbarn auffallen, sollten Sie nicht den Helden spielen, sondern direkt die Polizei benachrichtigen. Durch die Mithilfe von aufmerksamen Nachbarn können jedes Jahr zahlreiche Einbrecher auf frischer Tat ertappt und gestellt werden, auch deswegen lohnt es sich, zu den Nachbarn einen persönlichen Kontakt aufzubauen.

Bildquelle: © Sergey / Fotolia.com

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