Internet- und Telefonanschluss

Das gibt es bei Internet und Telefon zu beachten

Zu den regelmäßigen Ausgaben eines Haushaltes gehören neben der Miete und den Mietnebenkosten auch die Kosten für Telefonie und Internet. Diese können, je nach Umfang der Leistungen, im zwei- bis dreistelligen Bereich liegen, und das regelmäßig jeden Monat. Selbst, wenn nur Festnetztelefonie und Internet benötigt werden, lohnt sich ein Preisvergleich, denn der Markt ist schon seit vielen Jahren auch für internationale Telefonanbieter geöffnet, so dass Kunden nicht mehr ausschließlich aus den Tarifmodellen des ehemaligen Staatsbetriebes Telekom wählen müssen. Spätestens bei einem Umzug ist ein solcher Preisvergleich unverzichtbar, doch auch wenn Sie bereits länger bei Ihrem Anbieter sind, sollten Sie Ihren Tarif auf die Probe stellen – und können so stellenweise deutlich sparen. Worauf Sie bei der Auswahl und Anmeldung achten sollten, welche Fallstricke im Kleingedruckten auf Sie warten können und was Sie sonst beachten müssen, wenn Sie Internet und Telefon an- oder ummelden wollen, verrät Ihnen der folgende Artikel.

Unterschreiben Sie keinen Vertrag ohne vorherigen Preisvergleich

Der Telefon- und Internetmarkt ist staatlich dereguliert, das bedeutet, Sie können relativ frei wählen, bei welchem Anbieter Sie sich mit Telefonanschluss und Internet versorgen lassen. Theoretisch könnten Sie daher sogar zwei unterschiedliche Anbieter auswählen, in der Praxis ist dieses jedoch eher ein teurer Notnagel, da Sie bei beiden Anbietern monatlich eine leistungsunabhängige Grundgebühr entrichten müssen.

Die Regel und aus Kostenaspekten die sinnvollere Variante ist es daher, bei einem Anbieter die gesamte Kommunikationsinfrastruktur zu beziehen. Zur Auswahl stehen neben klassischen IT-Dienstleistern wie die Deutsche Telekom auch regionale Anbieter oder Kabelnetzbetreiber. Für welchen Anbieter Sie sich entscheiden sollten, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zum einen können Sie manche Angebote nur in bestimmten Regionen buchen, eine Einschränkung, die besonders in ländlichen, dünnbesiedelten Gebieten greift. Hier haben Sie selten die Gelegenheit, den bei einem Preisvergleich ermittelten günstigsten Anbieter auszuwählen, denn besonders im Bereich des Internets ist die notwendige Kabelinfrastruktur nicht oder nicht ausreichend vorhanden.

Wer nur Telefon braucht, hat mehr Wahlfreiheit

Zwar ist ein Telefonanschluss auch in entlegenen Gebieten verfügbar, da hierfür die notwendigen Kabel und Verteiler vorhanden sind oder statt Festnetz ein Mobilanschluss gewählt werden kann. Jedoch beim (schnellen) Internet mit hohen Bandbreiten trennt sich schnell die Spreu vom Weizen, strukturschwache Gebiete haben hier klar das Nachsehen. Und auch in manchen Straßenzügen in Städten sind nur langsame Verbindungen möglich, daher sollten Sie neben einem Preisvergleich auch die angebotenen Leistungen und Verbindungsdetails bewerten.

Regionale Anbieter sind meist die örtlichen Stadtwerke, die räumlich begrenzte Anschlüsse in der näheren Umgebung anbieten. Diese finden sich in vielen Städten und punkten oft mit einem guten Service und umfassenden Leistungen für Privat- und Geschäftskunden. Allerdings können Sie bei einem Umzug in eine andere Stadt nicht bei dem Anbieter bleiben, sondern müssen sich einen neuen suchen.

Überregionale Anbieter wie die Telekom sind nahezu in ganz Deutschland zu buchen, mit den oben erwähnten Einschränkungen. Daher sollten Sie vorab genau prüfen lassen, ob die gewünschte Anschlussart auch wirklich verfügbar ist, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Die Anbieter haben meist auf ihrer Webseite eine Suchmaske, in der Sie Postleitzahl, Straße und Hausnummer eingeben können, allerdings können Sie sich auf diese Informationen nicht unbedingt verlassen. Besser ist es, sich von einem Mitarbeiter schriftlich bestätigen zu lassen, dass die gewünschte Verbindung technisch realisiert werden kann – so haben Sie bessere Chancen, bei Nichterfüllung aus dem Vertrag auszusteigen und ein Sonderkündigungsrecht zu nutzen.

Auch Kabelnetzbetreiber steigen vermehrt in das Segment ein und nutzen ihre eigene Infrastruktur für Telefonie und Internet. Der Unterschied: Während bei einem klassischen Anschluss die Kabelnetze der Telekom genutzt werden, der Kunde also beim Neuanschluss nicht nur vom eigenen Anbieter, sondern auch von den Technikern der Telekom abhängig ist, sind die Fernsehkabelnetze davon getrennt und zudem für breitbandige Verbindungen ausgelegt, da bereits flächendeckend Glasfaserkabel vorhanden sind, durch die mehr Daten parallel transportiert werden können als über Kupferleitungen. Wenn in Ihrer Wohnung Kabelfernsehen verfügbar ist, können Sie auch Breitbandinternet darüber nutzen.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Die Vertragslaufzeiten sind in der Regel bei Neuanschlüssen auf das gesetzliche Maximum von 24 Monaten ausgelegt, nur wenige Anbieter offerieren kürzere Laufzeiten, obwohl diese fraglos kundenfreundlicher wären. Neben dem reinen Preisvergleich ist daher die Laufzeit ein wichtiges Kriterium für die Anbieterentscheidung.

Wenn Sie bereits einen Anbieter haben und umziehen, können Sie übrigens nicht automatisch Ihren alten Vertrag wirksam kündigen: Nur dann, wenn die am neuen Wohnort angebotene Leistung deutlich geringer ist als die bisherige, können Sie ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen – sonst müssen Sie die restlichen Monate bis zum regulären Kündigungstermin bezahlen, auch wenn Sie bei einem neuen Anbieter unterschrieben haben.

So geht es nach der Anmeldung weiter

Wenn Sie sich nach gründlichem Leistungs- und Preisvergleich für einen Anbieter und Tarif entschieden haben, geht es in die Umsetzung. Zunächst erhalten Sie per Post Ihre Hardware, meistens in Form eines Gerätes, an das Sie sowohl Ihr Telefon als auch Router anschließen können und das Sie oft selber verkabeln können. Sollte Ihr Telefonanschluss allerdings nicht den technischen Anforderungen entsprechen, muss zudem ein Techniker ins Haus kommen, dieses ist besonders dann notwendig, wenn Sie von Ihrem Kabelnetzbetreiber versorgt werden, da hier nicht die Telefondose, sondern der Kabelanschluss genutzt wird.

Mit getrennter Post erhalten Sie Ihre Anmeldedaten, diese müssen Sie in Ihre Verbindungshardware eingeben, meistens über einen angeschlossenen PC oder Laptop. Dazu müssen Sie diese per LAN-Kabel mit der Hardware verbinden, bei manchen Anbietern müssen Sie zusätzlich ein Programm zur Einrichtung und Wartung installieren, andere arbeiten direkt im Browser. Die Daten sollten Sie sicher verwahren und nicht weitergeben.

Da die Einrichtung bisweilen auch technischen Sachverstand erfordert, ist eine gut erreichbare und am besten kostenlose Hotline wichtig, um Probleme schnell aus der Welt zu schaffen. Berücksichtigen Sie dieses, wenn Sie einen Preisvergleich anstellen, denn eine kostenpflichtige Hotline mit hohen Minutenpreisen kann einen günstigen Grundpreis deutlich verteuern.

Fazit: Der reine Preisvergleich ist wenig aussagekräftig

Wenn Sie bei der Auswahl des Anbieters nur auf einen Preisvergleich setzen, können Sie unangenehme Überraschungen erleben. Besser, Sie machen sich ein umfassendes Bild von Kosten, Leistungen, Vertragslaufzeit und Service und entscheiden sich dann für den besten – und damit nicht immer den auf den ersten Blick günstigsten – Anbieter.

Bildquelle: © Robert Kneschke / Fotolia.com

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