Was ist bei der Wohnungsübergabe zu beachten?

Was ist bei der Übergabe oder Übernahme einer Wohnung zu beachten?

Beim Auszug aus einer Mietwohnung sind einige rechtliche Aspekte zu beachten, um später nicht für Schäden und Mängel an der Wohnung haftbar gemacht werden zu können. Deshalb sollte man bei der Übergabe der Mietwohnung alle Auffälligkeiten dokumentieren und festhalten. In dem Formblatt „Übergabeprotokoll-Mietwohnung“ werden vor Einzug alle Mängel und Auffälligkeiten aufgeführt, damit der spätere Mieter nicht bei Auszug dafür haftbar gemacht werden kann. Die nachfolgenden Tipps beziehen sich sowohl auf den Einzug als auch auf den Auszug von Mietwohnungen.

1. Termin der Wohnungsübergabe

Die Übergabe der Mietwohnung sollte immer am Tage bei hellem Licht stattfinden. Damit wird gewährleistet, dass mit genügend Helligkeit alle Fehler und Mängel der Wohnung deutlich erkannt werden können. Diese werden dann in dem Formular „Übergabeprotokoll-Mietwohnung“ protokolliert. Grundsätzlich werden alle Bestandteile der Wohnung untersucht und auf Ihren Zustand überprüft, sodass der Vermieter weiß welche Elemente, wie beispielsweise Fenster oder die Einbauküche erneuert oder modernisiert werden müssen.

2. Leere Wohnung

Bei der Wohnungsübergabe muss die Wohnung geleert werden. Mietwohnungen müssen leer geräumt sein. Alle persönlichen Gegenstände des Vormieters, wie beispielsweise Möbel, Lampen und Gardinen müssen bis dahin unbedingt herausgeräumt worden sein. Auch die Küchenschränke (wenn eine Einbauküche vorhanden war) müssen frei von Töpfen, Pfannen, Tassen und Tellern sein. Wenn jedoch die Küche vom Mieter selbst eingebaut wurde, muss diese wieder entfernt werden, da sie nicht Bestandteil der Mietwohnung bzw. des Mietvertrages ist.

Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn der Nachmieter der Wohnung die Küche oder eventuell auch anderen Möbel oder Gegenstände gegen eine Ablöse behalten möchte. Dann kann die Küche in der Wohnung bleiben und muss nicht abgebaut werden. Sollte sich bei der Übergabe noch Eigentum des Vormieters in den Räumen befinden, so ist der Vermieter berechtigt, diese zu entsorgen und die Kosten sowie Schadenersatz einzuklagen.

 

3. Besenreine Säuberung

Die Mietwohnungen müssen besenrein übergeben werden, d.h. Teppiche gesaugt, Dreck zusammen gekehrt und entsorgt und Fensterbänke etc. abgewischt worden sein. Jedoch sieht das Gesetz nicht vor, dass zum Beispiel auch die Fenster geputzt werden müssen. Also alles, was über eine grobe Reinigung hinausgeht, entfällt.

4. Zählerstände

Man sollte sich vergewissern, dass alle Zählerstände von Wasser und Strom gewissenhaft abgelesen werden und genau in dem Formular „Übergabeprotokoll-Mietwohnung“ notiert werden, um späteren Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen.

5. Schäden

Je länger man in Mietwohnungen lebt, desto mehr Schäden entstehen auch in der Wohnung. Das ist ganz normal und muss in einem bestimmten Rahmen auch vom Vermieter hingenommen werden. Dies gilt aber nur für Abnutzungserscheinungen, die durch das normale Bewohnen entstanden sind und für die man schon monatlich mit seiner gezahlten Miete aufgekommen ist. Jedoch gröbere Schäden wie zum Beispiel Brandlöcher im Boden oder mutwillig zerkratzte Wände und Türen sind darin nicht enthalten und müssen vom Mieter spätestens beim Auszug entweder repariert oder deren Beseitigung bezahlt werden.

6. Bauliche Veränderungen

Wenn man in Mietwohnungen bauliche Veränderungen vorgenommen hat, so sollte man das vorher unbedingt mit dem Vermieter abgesprochen haben. Bei einem Auszug kann es sonst passieren, dass man den alten Zustand wieder herstellen muss. Jedoch sollte man den Vermieter fragen, ob man die Veränderungen so belassen kann. Oftmals handelt es sich dabei ja um eine Verbesserung der Wohnqualität. Hat man sich einen Nachmieter gesucht, der die Veränderungen akzeptiert, so kann man sich das Herstellen des originalen Zustandes ersparen. Diese gilt auch für Einbauküchen oder -schränke, die man nicht mitnehmen möchte. Der Nachmieter kann diese dann für eine Abstandszahlung übernehmen.

7. Renovierung

Man sollte sich im Vorfeld unbedingt von einem Anwalt beraten lassen, ob der Vermieter auf eine Renovierung bestehen kann. In den letzten Jahren sind diesbezüglich immer wieder Urteile zu Gunsten des Mieters gefallen, die besagen, dass eine besenreine Übergabe ausreicht.

8. Kaution

Bei der Wohnungsübergabe müssen auch alle Schlüssel abgegeben werden.

In vielen Fällen wird beim Einzug in Mietwohnungen eine Kaution hinterlegt. Diese kann man bei Auszug natürlich wieder zurückverlangen. Allerdings kann der Vermieter sie teilweise oder ganz bis zu einem halben Jahr einbehalten, um sie eventuell für die entstandenen Schäden oder die Nebenkostenabrechnung zu verwenden.

9. Schlüssel

Alle Schlüssel müssen entsprechend dem Formular „Übergabeprotokoll-Mietvertrag“ wieder an den Vermieter abgegeben werden. Fehlen jedoch Schlüsseln, so muss der Mieter auf eigene Kosten für Ersatz sorgen.

10. Das „Übergabeprotokoll-Mietwohnung“

Jeder sollte zu seiner Sicherheit bei Ein- oder Auszug auf ein solches schriftlich geführtes Protokoll bestehen, es sichert sowohl Mieter als auch den Vermieter ab. Daher ist es wichtig, das Formular „Übergabeprotokoll-Mietwohnung“ nicht voreilig zu unterschreiben, sondern im nachhinein noch einmal alle aufgeführten Punkte durchzugehen und auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Mit ein wenig Hintergrundwissen und Aufmerksamkeit bei der Wohnungsübergabe ist man vor bösen Überraschungen beim Auszug gewappnet.Was gehört in ein Formular „Übergabeprotokoll Mietwohnung“?
Alles, was auffällig ist, gehört in den Vordruck „Übergabeprotokoll-Mietwohnung“. Mietwohnungen haben manchmal defekte Lichtschalter oder tropfende Wasserhähne und Kratzer im Fußbodenbelag. Weiterhin sollte man bei einer Wohnungsübergabe das Schließen der Fenster überprüfen, die einwandfreie Funktionalität der Elektrogeräte und ähnliches.

 

 

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