Klimaanlage für die Wohnung

Noch vor wenigen Jahren gab es faktisch keine Nachfrage nach Kältetechnik für den privaten Wohnbereich. Aufgrund verschiedener Entwicklungen hat sich das deutlich verändert. Immer häufiger wird eine Klimaanlage für die Wohnung nachgefragt. Dabei stehen zwei Fragen schnell im Fokus: wo liegen die Kosten für die Klimaanlage und lohnt diese überhaupt? Nachfolgend erhältst Du Antworten zu diesen Fragen. Außerdem stellen wir unterschiedliche Klimageräte vor.

Weshalb immer mehr Verbraucher über eine Klimaanlage nachdenken

Die wachsende Nachfrage nach Klimageräten hat mehrere Ursachen. Einerseits empfinden die Menschen die Sommer subjektiv immer heißer. Gleichzeitig sind Klimageräte verhältnismäßig günstig geworden, sodass immer mehr Konsumenten bereit sind, für zusätzlichen Komfort zu zahlen. Dazu kommt unter gewissen Voraussetzungen ein tatsächlicher Bedarf an Klimaanlagen. Die Wärmedämmung von Gebäuden wird immer besser. Gleichzeitig hat ein Wandel in der Bautechnik stattgefunden. Moderne Gebäude besitzen eine dichte Gebäudehülle. Bei Bestands- und Altbauten wird versucht, die Hülle maximal abzudichten, ohne die Bausubstanz zu schädigen.

Andere Voraussetzungen wegen veränderter Bau- und Dämmtechnik

Neue Energiehäuser sind mit einer gesteuerten Lüftung ausgestattet, um Gebäude zu entfeuchten, den Luftaustausch vorzunehmen und Wärme nicht sinnlos ins Freie verpuffen zu lassen. Bei Alt- und Bestandsgebäuden besteht jedoch die traditionelle Bauform, die eine undichte Gebäudehülle quasi als über die Jahrhunderte gereiftes Baukonzept voraussetzt.

Aber eben mit dem Nachteil, dass sehr viel Wärme unkontrolliert entweicht. Diese Gebäude waren also über lange Zeit gut belüftet und damit im Sommer ebenfalls angenehm kühl. Inzwischen ist nach Wärmedämmmaßnahmen der Luftaustausch jedoch erheblich geringer. Damit wird es deutlich wärmer und feuchter in diesen gedämmten Alt- und Bestandsgebäuden. Dazu kommen noch Dachwohnungen und ungünstige Südwohnungen, die sich unverhältnismäßig hoch aufheizen.

Die verschiedenen Klimageräte auf dem Markt

In der Folge ist die Nachfrage nach Klimaanlagen für die Wohnung in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Dazu kommen neue Technologien, die diese Geräte erheblich preiswerter betreiben lassen. Zunächst müssen also die verschiedenen Klimageräte unterschieden werden:

  • Mono– oder mobile Aufstell-Klimagerät
  • Split-Klimaanlage und Wärmepumpe (herkömmliche und Invertergeräte)
  • zentrale Klimaanlage

Raumbefeuchter und Lüfter

Klimaanlage.

Es werden oft noch Belüftungssysteme dazu gezählt. Diese tauschen jedoch lediglich die Luft aus und kühlen sie nicht explizit. Daher gehen wir auf diese Geräte nicht näher ein, da es ja um Klimaanlagen geht. Auch Luftkühler zählen dazu. Dabei wird Eis oder Wasser verdampft und dann in den Raum geblasen. Es entsteht der Effekt wie bei der kalten Getränkeflasche, die Du an einem heißen Tag aus dem Kühlschrank nimmst: es sammelt sich Wasser an der Außenseite der Flasche und es entsteht etwas Kälte. Gelangt diese Feuchtigkeit auf die Haut, entsteht ein leicht kühlender Effekt. Ist es jedoch ohnehin schon schwül, wird dieser Effekt verstärkt. Nach demselben Effekt arbeiten auch Ventilatoren in Biergärten und Cafés, die einen leichten Wassernebel verteilen.

 

 

Das Monoblockgerät oder die Aufstell-Klimaanlage

Vielleicht hast Du diese Geräte bereits gesehen. Insbesondere in Tankstellen oder anderen Geschäften werden diese Klimageräte gerne eingesetzt während Hitzewellen. Dort sind sie auch relativ sinnvoll, denn der größte Nachteil der Aufstellgeräte: herkömmliche Aufstellgeräte sind mit einem Schlauch zum Abführen der feuchten Warmluft ausgestattet. Dieser Schlauch muss nach draußen führen. Es wird also Luft aus dem Gebäude gepumpt. Dadurch entsteht ein leichter Unterdruck. Das wiederum führt dazu, dass durch die nicht völlig dichte Fassade auch Wärme ins Haus gezogen wird.
In Tankstellen und Geschäften spielt das keine Rolle, da die Türen dauernd geöffnet werden, wohl aber in der privaten Wohnung. Einige neue Geräte sind mit einem zweiten Schlauch ausgestattet, sodass kein Unterdruck mehr entstehen kann. Jedoch sind alle diese Geräte klein und kompakt gebaut. Die Kühlleistung wird damit nicht an die Räumlichkeiten angepasst. Das heißt, bei zu großen Räumen steigt der Stromverbrauch deutlich an, das Gerät läuft durchgehend am Limit. Dazu muss der Schlauch auch nach außen geführt werden. Besteht keine Öffnung, bedeutet das ein offenes Fenster. Es liegt also auf der Hand, dass diese Geräte am wenigsten wirtschaftlich sind und den größten Strombedarf mit sich bringen.

Split-Klimaanlagen und Wärmepumpen

Zunächst der Unterschied zwischen Wärmepumpe und Splitklima. Die Bauteile beider Geräte sind identisch, nur dass die Kreisläufe umgedreht werden. Es gibt einen Hochdruck- und einen Niederdruckkreislauf. Das ist auch das Prinzip von Kühlschränken und Autoklimaanlagen. Ein Gas wird komprimiert. Dabei gibt das Gas Wärme ab. Nun wird dieses komprimierte Gas in den Verdampfer geleitet. Hier dekomprimiert es wieder. Die Wärme, die das Gas beim Komprimieren abgeben musste, nimmt es jetzt wieder auf. Der Umgebungsluft wird Wärme entzogen – die Klimaanlage kühlt. Nun beginnt der Kreislauf von erneut. Bei Feuerzeuggas hast Du diesen Effekt vielleicht schon gesehen, wenn das Gas beim Befüllen des Feuerzeugs dekomprimiert wird

Die herkömmliche Split-Klimaanlage (Fix-Speed)

Einfach gesprochen: die Wärmepumpe kann die Wärme auch dem Raum zuführen, bei der Split-Klimaanlage wird sie direkt an die Außenluft abgegeben. Der Energieaufwand zum Kühlen und Heizen ist also grundsätzlich derselbe. Diese Klimaanlagen und Wärmepumpen werden in herkömmlicher Bauweise auch als „Fix-Speed„-Geräte bezeichnet. Das bedeutet, das Gerät liefert beim Einschalten sofort seine maximale Leistung.

Das Thermostat erkennt die tatsächliche Temperatur. Wird die eingestellte Temperatur erreicht, schaltet das Gerät abrupt ab. Daraus resultiert, dass gewöhnliche Split-Klimageräte und Wärmepumpen einen hohen Anlaufstrom benötigen und auch ansonsten immer maximale Leistung bringen. Dadurch ist der Stromverbrauch relativ hoch. Die erbrachte Heiz- oder Kühlleistung lässt sich am Stromverbrauch pro Stunde (kW/h) und der maximalen Raumgröße gut berechnen.

Das Split-Klimagerät mit Invertertechnologie

Lüftung."

Dem steht die auch in anderen Zusammenhängen immer häufiger genannte Invertertechnologie gegenüber. Diese hat auch bei den Klimaanlagen Einzug gehalten. Wieder vereinfacht gesprochen wird nicht ab dem Einschalten und dauerhaft die maximale Kühl- oder Heizleistung gefahren. Invertergeräte fahren langsamer an und die Leistung wird anhand des Unterschieds zwischen eingestellter Temperatur und tatsächlicher Raumluft elektronisch gesteuert.

Je kleiner diese Differenz wird, desto mehr Leistung fährt die Inverter-Klimaanlage zurück. Dadurch wird der Stromverbrauch um bis zu 60 Prozent gesenkt. Zum Vergleich: um einen Raum von 20 qm mit einer gewöhnlichen Split-Klimaanlage zu kühlen, benötigst Du ein Gerät mit circa 1,5 kW Leistung. Bei einem Invertergerät reicht hier eine Leistung von 0,7 bis maximal 1,0 kW. Zwar sind Invertergeräte etwas teurer, doch die Stromeinsparung amortisiert abhängig von der Häufigkeit des Kühlens die Kosten entsprechend.

Nachteile von Split-Klimaanlagen

Die Kosten beiseite geschoben, zeigen sich andere Nachteile, die die Installation erschweren oder gegebenenfalls sogar unmöglich machen. Split-Klimaanlagen bestehen aus einer Außen- und einer Inneneinheit. Das heißt, die Wand muss durchbrochen werden. Die Verbindungslängen zwischen beiden Geräten liegen zwischen 1,5 und 3 m. Bei konventionellen Splitklimas darf die Verbindung nicht viel länger werden, Invertergeräte vertragen auch etwas längere Verbindungen.
Dennoch bedeutet das, dass die Split-Klimaanlage außen nah an den zu kühlenden Raum montiert werden muss. Zudem muss die Wärmedämmung durchbrochen werden. Kann die Außeneinheit hier überhaupt eingesetzt werden und wie stark wird die Wärmedämmung beeinträchtigt? Das sind die zentralen Fragen, die zu beantworten sind. Während mobile Geräte in dem Raum genutzt werden können, wo gerade Bedarf besteht, ist die Splitklima auch fest installiert, kann also nur diesen zuvor definierten Bereich oder Raum kühlen und heizen.

Zentrale Klimaanlagen

Sie funktionieren nach einem Aufbauschema wie die Zentralheizung. Im Keller wird die Kälte erzeugt, ein Lüftungssystem verteilt diese. Über Regler in den Räumen wird die gewünschte Temperatur eingestellt. Diese Geräte haben das beste Leistungsverhältnis. Der Nachteil ist jedoch offensichtlich: die nachträgliche Montage ist mit einem erheblichen baulichen Aufwand verbunden. Natürlich sind auch die Anschaffungskosten analog zur Größe der Anlage hoch. Dennoch arbeitet dieses System preiswerter und sparsamer als jedes andere Klimagerät.

Berechnung der Kosten für den Betrieb der Klimaanlage

Wir wollen hier keine konkreten Zahlen nennen, denn die Strompreise ändern sich dauernd. Aber wir wollen Dir zeigen, wie Du den tatsächlich benötigten Strombedarf einer Klimaanlage selber ermitteln kannst. Sämtliche Geräte enthalten im Datenblatt die Leistung. Außerdem auch Angaben dazu, wie groß oder klein die optimale und die maximale Raumfläche sein muss und kann, dass das Gerät das Kühlen schafft.

Je größer der Raum wird, umso unwirtschaftlicher wird die Klimaanlage, da sie umso länger am Limit laufen muss – auch die Inverter-Klimaanlage. Wie bereits erwähnt, ist die Inverteranlage preiswerter. Du darfst jedoch nicht die Leistung als vorrangiges Auswahlkriterium betrachten. Vielmehr ist auch hier die optimale Raumgröße zu beachten. Dann wirst Du sehen, dass die Leistung von entsprechenden Invertergeräten gegenüber gewöhnlichen Splitanlagen deutlich geringer ist. Dazu kommt noch die intelligent gesteuerte Leistung.

Anschaffungskosten

Lüftung.

Die Anschaffungspreise bewegen sich je nach Raumgröße (15 qm bis 40 qm) zwischen 250 und 600 Euro, bei Inverteranlagen sind es 350 bis 800 Euro. Dazu kommen noch die Montagekosten. Der Aufwand an der Fassadendämmung ist entscheidend, außerdem muss ein Wanddurchbruch vorgenommen werden. Die meisten Anlagen müssen vom zertifizierten Fachbetrieb installiert werden, da die Verbindungsanschlüsse verschraubt werden. Im Auslieferzustand ist das Kältegas in der Kompressoreinheit.
Werden die beiden Einheiten verbunden, wird ein Ventil aufgedreht, das Gas strömt durch die Anlage. Dem gegenüber stehen Schnellkupplungen, die auch vom Laien angeschlossen werden dürfen. Allerdings nur der Erstanschluss! Die Wartung und Demontage muss der Fachmann vornehmen. Bedenke zusätzlich, dass eine Verlängerung der Verbindung mehr Gas und Öl erfordert (in den Leitungen ist auch ein spezielles Öl, um den Kompressor zu schmieren). Bei einer fehlerhaften Installation ist das Gerät schnell defekt.

Anscheinend preiswerte Neugeräte und gebrauchte Klimaanlagen

Beim Neukauf musst Du zudem darauf achten, dass die aktuell verwendeten Gase eingesetzt werden. Einige Gase sind inzwischen vollständig verboten. Doch noch immer finden sich in Lagerräumen alte Klimaanlagen, die mit diesen Gasen betrieben werden. Die vermeintlich preiswerte Klimaanlage wird damit zum absoluten Fehlkauf. Bei gebrauchten Geräten muss der Installateur wirklich gut sein und auch die Anschlussstücke erneuern, da gebrauchte Anlagen nach einer erneuten Installation nur sehr schwer dicht werden. Zudem ist die Vorgeschichte unbekannt. Wie viele Betriebsstunden hat das Gerät, stimmt die Ölmenge im Leitungssystem noch? Der Kauf gebrauchter Anlagen birgt also ein großes Risiko.

Fazit: genau planen und Kosten berechnen

Die Auswahl des richtigen Klimageräts erfordert viel Vorausplanung. Willst Du nur Dein Schlafzimmer im Sommer kühlen und gegebenenfalls im Winter heizen? Nutzt Du die Anlage nur wenige Tage im Jahr oder eher intensiv? Willst Du auch andere Räume kühlen oder eventuell eine zentrale Klimaanlage in Dein eigenes Haus einbauen? Du musst sehr viele Fragen klären und die Kosten berechnen. Schnell belaufen sich die monatlichen Mehrkosten für Strom zwischen 50 und 150 Euro zum Kühlen von einem Raum (bei täglicher Nutzung). Nicht jeder kann und will sich diesen Mehrbetrag dauerhaft leisten. Ein Energieberater oder ein unabhängiger Klimaexperte, der Dich unterstützt, ist auf jeden Fall zu empfehlen, bevor Du Deine Klimaanlage für Deine Wohnung kaufst.

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