Mietvertrag

4 gebräuchliche Vertragsformen

Da die Wohnungssuche insbesondere in Großstädten und Ballungsgebieten ein erhebliches Problem der unterschiedlichsten Generationen darstellt, werden sich alle die Menschen heftig freuen, die einen von beiden Parteien unterschriebenen Mietvertrag in der Tasche haben. Ein besonderes Augenmerk sollten Sie beim Abschluss eines neuen Mietvertrages auf die gesetzlichen Änderungen des Mietrechts, die am 01. Mai 2013 in Kraft getreten sind, richten. Sie erlauben dem Vermieter nunmehr ohne Vorwarnung eine fristlose Kündigung, falls die Kautionsforderung nicht vereinbarungsgemäß gezahlt wird. Ferner dürfen energetische Sanierungsmaßnahmen mit bis zu 11 % als Mieterhöhung auf die Mieter umgesetzt werden. Der Gesetzgeber begründet dies mit der realistischen Amortisierung der Mehrkosten durch entsprechende Energieeinsparungen, die mit den vorgenommenen energetischen Umbauten zu erzielen sind.

Gerne stellen wir Ihnen nachfolgend vier unterschiedliche Formen der Mietverträge vor. Sie sind wichtige Dokumente, die neben den namentlich erwähnten Vertragsparteien alle Details zum Wohnraum und dessen Kosten enthalten. Viele Vermieter arbeiten mit mehrseitigen Mietvertragsvordrucken, die ausführlich die Rechte und Pflichten beider Vertragspartner beschreiben. Allerdings gibt es bei einem schriftlichen Mietvertrag vier deutliche Unterscheidungsmerkmale, die die Mietdauer und die Mietkosten betreffen.

Der befristete Mietvertrag

Er definiert, ähnlich wie bei einem befristeten Arbeitsvertrag, sehr deutlich die Mietdauer. Das Mietverhältnis endet hier zum genannten Tag, ohne dass es, ebenso wie in der Arbeitswelt, einer Kündigung seitens des Vermieters bedarf. Allerdings muss bei dieser Vertragsform der Vermieter schon vorab Gründe für eine Befristung nennen. So könnten ihn eine Eigennutzung für seine heranwachsenden Kinder zu einem befristeten Mietvertrag ebenso bewegen wie künftig geplante Umbaumaßnahmen. Nichtsdestotrotz kann der Vermieter einen befristeten Mietvertrag, der auch als Zeitmietvertrag bekannt ist, bei rechtlich fundierten Gründen außerordentlich kündigen.

In der Regel stellen befristete Mietverträge für Studenten, Referendare oder Praktikanten kein nennenswertes Problem dar. Ihr Umzug dient in erster Linie persönlichen Bildungszwecken, deren Zeitrahmen planbar ist. Da auch viele Arbeitsverträge heute zunächst befristet abgeschlossen werden, können viele Menschen mit einem befristeten Mietvertrag recht gut leben. In der Regel sind sie froh, zunächst eine Unterkunft gefunden zu haben, die ihnen Zeit und Raum lässt, die Entwicklung ihrer persönlichen Lebenssituation abzuwarten.

Der unbefristete Mietvertrag

Er repräsentiert die klassische Vertragsform schlechthin und ermöglicht Mietern ein Wohnen auf unbegrenzte Zeit. Selbstverständlich kann auch dieser Vertrag beidseitig gekündigt werden, jedoch sind Kündigungsfristen von drei Monaten und weit mehr keine Seltenheit. Achten Sie daher bei Abschluss eines unbefristeten Mietvertrages darauf, ob Ihnen bei Ihrer Kündigung auch die Möglichkeit eingeräumt wird, einen Nachmieter zu stellen. So können Sie als Mieter unter Umständen teure Doppelmieten vermeiden.
Denken Sie also immer daran, dass fast jeder Mensch mindestens einmal im Leben umzieht. Dabei ist die Tendenz steigend, da vor allem die Flexibilität in der heutigen Arbeitswelt einem deutlich spürbaren Wandel unterworfen wurde.

Vermieter wiederum müssen schon einen triftigen Grund haben, um einen unbefristeten Mietvertrag kündigen zu können. Hierzu zählen natürlich offene Mietforderungen sowie die Inanspruchnahme des Vermieters durch Eigenbedarf. Diese Gefahr kann bei Privatvermietern jederzeit bestehen, jedoch nicht bei großen Wohnbaugesellschaften.

Wenn Sie also zu den sesshaften Menschen gehören, die Umzüge verabscheuen und ein festes Zuhause für Ihr Wohlbefinden benötigen, dann ist die Anmietung einer Wohnung oder eines Hauses auf unbestimmte Zeit für Sie genau das Richtige. Weiterhin spricht dafür, dass das Finden einer bezahlbaren Wohnung derzeit ein sehr schwieriges Unterfangen ist. Ausnahmen bilden hier kleine, vom Aussterben bedrohte Dörfer oder weitläufige Stadtrandgebiete, bei denen lange Fahrtwege zum Arbeitsplatz mit einkalkuliert werden müssen. Hinzu kommt, dass jeder Umzug eine Menge Geld kostet und viel Zeit und Mühe beansprucht.

Bei jungen Menschen zeigt der Wohnungstrend eindeutig in Richtung Städte, da diese schlichtweg mehr Arbeitsplätze, Infrastruktur und Freizeitaktivitäten zu bieten haben.

Indexmietvertrag

Beim Indexmietvertrag werden die Mieterhöhungen auf dem vom Statistischen Bundesamt ermittelten Preisindex vereinbart. Dieser orientiert sich an der Entwicklung der Lebenshaltungskosten und nicht an örtlichen Mietspiegeln. Auch dürfen Sanierungsmaßnahmen im Indexmietvertrag nicht in die Mieterhöhungen einkalkuliert werden. Aus diesem Grunde sind Vermieter eher zurückhaltend, was den Abschluss eines Indexmietvertrages angeht. Mieter schützt er zwar vor unkalkulierbaren Mieterhöhungen, allerdings steigen auch die Lebenshaltungskosten unaufhörlich. Und genau deren Preisindex ist wiederum maßgeblich für künftige Mieterhöhungen eines Indexmietvertrages. So ganz risikofrei ist eine solche Wohnform daher auch für Mieter nicht.

Staffelmietvertrag

Im Staffelmietvertrag wird eine genau definierte, jährliche Mieterhöhung festgelegt. Er schafft daher klare Fakten, da im Vornherein feststeht, um wie viel Prozent die Miete jedes Jahr erhöht wird. Allerdings darf, um Wucher auszuschließen, die jährliche Erhöhung 20 % der ortsüblichen Miete nicht übersteigen.

Wenn Sie also Ihre Mieterhöhungen überschaubar haben möchten und genau wissen wollen, wo Sie dran sind, dann werden Sie sich mit einem Staffelmietvertrag durchaus anfreunden können. Allerdings zahlen Sie dabei jedes Jahr eine höhere Miete. Bei diesen Mietverträgen wird die Mietstaffelung häufig für die kommenden 10 Jahre und möglicherweise in Verbindung mit einem Zeitmietvertrag festgelegt.

Wird Ihnen also ein Staffelmietvertrag angeboten, achten Sie insbesondere auf die vorgesehenen Kündigungsfristen.

Was Sie noch wissen sollten:

Auch ein mündlicher Mietvertrag ist in der Tat möglich, falls der entsprechende Wohnraum nicht länger als ein Jahr genutzt wird. Allerdings gibt es hier eine weite Kluft zwischen Theorie und Praxis, denn die Bereitschaft der Vermieter, sich auf mündliche Mietverträge einzulassen, ist entschwindend gering. Eine solche Mietform ist daher meist bei möblierten Zimmern und Appartements mit begrenzter Mietdauer anzutreffen. Die betroffenen Vermieter sichern sich hier meist durch Vorauszahlungen der Mieten ab.

Allerdings ist es auch beim Wohnen auf Zeit durchaus üblich, Kautionszahlungen leisten zu müssen.

Bildquelle: © eccolo / Fotolia.com

One comment to Mietvertrag

  • Nachmieter suchen: Die wichtigsten Infos  sagt:

    […] zu werden und einen Nachmieter zu stellen. Einerseits besteht die Möglichkeit, mithilfe einer im Mietvertrag festgehaltenen Nachmieterklausel, aus dem laufenden Kontrakt auszusteigen. Andererseits gibt es […]

Hinterlasse eine Antwort

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>