Nachmieter suchen: Die wichtigsten Infos

Nachmieter suchen: Die wichtigsten Infos

Nicht selten sind es Gründe wie ein Arbeitsplatzwechsel oder familiäre Veränderungen, die dazu führen, dass wir einen laufenden Mietvertrag kündigen wollen. Wer vor hat, seine Wohnung in absehbarer Zeit zu verlassen und bereits auf der Suche nach einem Nachmieter ist, sollte dabei einige Aspekte beachten. Häufig ist nicht klar, welche Rechte der Mieter in diesen Fällen besitzt und welche Möglichkeiten der Vermieter hat, auf Ansprüche des Mieters zu reagieren.

Unter welchen Umständen dürfen Sie einen Nachmieter suchen?

Es gibt einige Fälle, die gesetzlich festgehalten sind, in denen Sie als Mieter das Recht haben, frühzeitig aus ihrem Mietverhältnis entlassen zu werden und einen Nachmieter zu stellen. Einerseits besteht die Möglichkeit, mithilfe einer im Mietvertrag festgehaltenen Nachmieterklausel, aus dem laufenden Kontrakt auszusteigen. Andererseits gibt es eine Reihe von privaten Gründen, die den Mieter dazu berechtigen, das Mietverhältnis zu beenden und einen Nachmieter anzubieten. Zunächst besteht dieses Anrecht im Falle eines beruflich begründeten Ortswechsels. Ist der Mieter dazu gezwungen, aufgrund eines neuen Berufs den Wohnort zu wechseln, kann er einen Nachmieter stellen. Gleiches gilt für Veränderungen im Familienleben. Dazu gehört eine Heirat oder baldiger Nachwuchs, wodurch zukünftig eine größere Wohnung benötigt wird. Dies hat jedoch keine Gültigkeit, wenn der Mieter mithilfe einer neuen Wohnung lediglich den Weg zur Arbeit verkürzen will oder rein finanzielle Interessen eine Rolle spielen. Zu guter Letzt kann ein berechtigtes Interesse an einer vorzeitigen Auflösung des Mietverhältnisses darin begründet sein, dass der Mieter alters- oder gesundheitsbedingt nicht mehr in der Lage ist, sich selbstständig zu versorgen und einen Pflegeplatz in einem Heim in Anspruch nehmen möchte.

Liegt einer dieser Gründe, also ein berichtigtes Interesse ihrerseits vor, ist ihr Vermieter verpflichtet, einen geeigneten und von ihnen vorgeschlagenen Nachmieter zu akzeptieren. Sollte er dies nicht tun und den möglichen Nachmieter aus nichtigen Gründen ablehnen, sind Sie berechtigt, die Mietzahlungen ab dem Tag einzustellen, an dem der Nachmieter ihre Wohnung samt Mietvertrag übernommen hätte.

Der Vermieter darf Nachmieter ablehnen, wenn…

Nachmieterklausel im Mietvertrag

Selbst wenn ein Mietvertrag eine Nachmieterklausel enthält, bedeutet dies nicht, dass der Vermieter jeden neuen Mieter, den Sie ihm anbieten, akzeptieren muss. Neben einer begrenzten Aufenthaltserlaubnis des Nachmieters kann ebenfalls der Besitz eines genehmigungspflichtigen Haustieres als Grund für die Ablehnung angeführt werden. Weiterhin dürfen Nachmieter abgelehnt werden, wenn sie den Wohnraum gewerblich nutzen wollen, obwohl eine gewerbliche Nutzung nicht Bestandteil des aktuellen Mietvertrages ist. Darüber hinaus hat der Vermieter das Recht, einen Nachmieter aufgrund seiner finanziellen Situation abzulehnen. Er kann darauf bestehen, dass der künftige Mieter in etwa dasselbe oder gar ein höheres Gehalt als der bisherige Mieter nachweisen muss.

Eine Nachmieterklausel kann hilfreich sein

Da ausreichende Gründe für einen vorzeitigen Mietausstieg rar sind, empfiehlt es sich vor allem bei Zeitmietverträgen auf eine Nachmieterklausel zurückzugreifen. Während unbefristeten Mietverträgen in der Regel eine dreimonatige Kündigungsfrist zugrunde liegt und diese somit zeitnah aufzukündigen sind, verhält es sich bei Zeitmietverträgen unter Umständen etwas anders, da der bestehende Kontrakt nicht aufgelöst, sondern lediglich auf den Nachmieter übertragen wird. Dabei wird die Nachmieterklausel zunächst in die echte und die unechte Klausel unterschieden.

Eine echte Nachmieterklausel besagt bzw. räumt dem Mieter das Recht ein, ein bestehendes Mietverhältnis auf einen von ihm vorgeschlagenen Nachfolger zu übertragen. Bei Zeitmietverträgen kann diese Klausel für Sie sehr hilfreich sein, sollten Sie beabsichtigen, die Wohnung vor Ablauf des Vertrages zu verlassen. Im Gegensatz dazu räumt eine unechte Nachmieterklausel dem Mieter die Option ein, vorzeitig aus einem laufenden Mietvertrag auszusteigen. Dies unterliegt der Voraussetzung, dass er dem Vermieter mindestens drei Nachmieter vorschlägt, die aus wirtschaftlicher Sicht in der Lage sind, das Mietverhältnis fortzusetzen.

Der Nachmieter hat keinen Anspruch darauf, den Nachmieter zu stellen.

Häufig wird zwar davon gesprochen, dass ein Mieter lediglich drei Nachmieter organisieren muss, um aus einem gültigen Mietvertrag austreten zu können, jedoch ist dies ohne eine Nachmieterklausel nicht so einfach. Im Grunde sieht es sogar so aus, dass der Mieter keinen Anspruch darauf hat, einen Nachmieter zu stellen, den der Vermieter in jedem Fall akzeptieren muss. Zwar können Sie ihrem Vermieter potenzielle Nachmieter anbieten, jedoch müssen diese bestimmte Kriterien erfüllen. Andernfalls hat der Vermieter das Recht, die Nachmieter abzulehnen. Sollte es zu keinerlei Einigung zwischen ihnen und dem Vermieter kommen, haben Sie ohne eine gültige Nachmieterklausel keine Möglichkeit vor Ablauf der dreimonatigen Kündigungsfrist aus dem Mietvertrag auszusteigen.

Die Verankerung einer Nachmieterklausel im Mietvertrag kann ihnen im Fall der Fälle durchaus von Nutzen sein. Allerdings gilt dabei zu beachten, dass Vermieter nur in seltenen Fällen bereit sind, eine derartige Klausel zu unterzeichnen. Sollten Sie dennoch nicht darauf verzichten wollen, können Sie ihrem Vermieter entgegen kommen. Bieten Sie ihm an, im Falle eines frühzeitigen Auszuges, aktiv an der Nachmietersuche mitzuwirken und gegebenenfalls Wohnungsbesichtigungen selbst durchzuführen. Dies spart dem Vermieter Zeit und Kosten und erhöht gleichzeitig ihre Chancen, den Mietvertrag frühzeitig aufzukündigen.

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