Putzplan – aufstellen und sinnvoll anwenden

Der Putzplan: Organisationshilfe und Trainingskonzept für den Alltag

Ein Putzplan ist sinnvoll, wenn das Chaos im Haushalt schnell überhandnimmt und es Schwierigkeiten mit der Verteilung und regelmäßigen Erledigung der anfallenden Routinen gibt. Er kann aber auch verhindern helfen, dass es soweit überhaupt kommt.
Sein grundsätzlicher Zweck ist es, Menschen dabei zu unterstützen, die vielen Aufgaben des Alltags bewusster wahrzunehmen – und sie dadurch in Zukunft schneller, besser und gerechter zu organisieren.

Ein Putzplan braucht Theorie, um praktisch zu werden

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Ob in der Wohngemeinschaft, in der Familie, im Büro oder in der Nachbarschaft: Jeder Putzplan muss genau zur vorliegenden Situation passen und so erstellt werden, dass er keine Fragen offen lässt. Klare Ansagen sind Trumpf, sonst wird der Putzplan zur Diskussionsgrundlage und kostet Zeit, anstatt Zeit zu sparen. Damit der Plan den gewünschten Effekt hat, sollte er idealerweise von allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet und abgesegnet sein. Danach ist es nur noch notwendig, ihn einzuhalten – dazu sind natürlich Konsequenz und ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erforderlich.

Wenn Sie einen Putzplan aufstellen möchten, sollten Sie also schon im Vorfeld einige Fragen beantworten. Notieren Sie sich alle wichtigen Punkte und erschrecken Sie nicht, wenn die Liste plötzlich dreimal so lang wird wie ursprünglich angenommen. Bevor der Plan praktisch angewendet wird, haben Sie noch genug Zeit und Gelegenheit, ihre Notizen zu sortieren. Sollten Testläufe mit der ersten Version zeigen, dass noch Ergänzungs- oder Verbesserungsbedarf besteht, können Sie den Plan nachträglich überarbeiten, indem Sie etwa Lücken füllen oder die Prioritätensetzung anpassen.

Von Null auf Putzplan in wenigen Schritten

Gehen Sie zuerst die folgenden, grundlegenden Fragen durch – die Antworten bestimmen, wie der Plan gestaltet werden muss, um zu funktionieren.

1. Welche Arbeiten sollen verteilt werden?
2. Sind die anfallenden Arbeiten allen Beteiligten im gleichen Maße bekannt und vertraut?
3. Sollen die Aufgaben lediglich nach vorhandenen Fähigkeiten/Bereitschaften klar verteilt oder auch neue Arbeitsabläufe trainiert werden?
4. Soll die neue Organisationsform eine prinzipiell gute Situation weiter verbessern, oder handelt es sich bereits um einen Notfallplan?
5. Wie viel Zeit setzen Sie für die einzelnen Arbeiten an? Wieviel Zeit kann/sollte jeder Beteiligte einbringen?
6. Sind überhaupt alle mit der Idee einverstanden? Wie machen Sie den Beteiligten den Putzplan schmackhaft?
7. Was verspricht mehr Erfolg: Die feste Zuweisung von Arbeiten oder ein Putzplan nach dem Rotationsprinzip?

Hier zeichnen sich häufig bereits erste Konflikte und Handlungsvorgaben ab: Das bloße Hinschreiben und Zuweisen von Aufgaben reicht nicht aus, wenn es hinsichtlich der konkreten Arbeitsabläufe unterschiedliche Meinungen gibt. In diesem Fall sind Erklärungen wenig hilfreich: Nur praktische Erfahrung macht deutlich, was alles zu tun ist und worauf es bei den einzelnen Arbeiten ankommt. Kindern und Jugendlichen fehlt dabei oft noch der Überblick, und viele Erwachsene haben Nachholbedarf.

Wenn Sie Arbeitsabläufe vorher zeigen bzw. erklären müssen, gehen Sie klug vor: Machen Sie es ohne Vorwürfe, so spielerisch wie möglich und so ernsthaft wie nötig. Arbeiten Sie mit, aber nehmen Sie keine wichtigen Arbeitsschritte ab. Ermutigen Sie zur Verantwortung und schärfen Sie den liebevollen Blick für Details, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln. Die Freude an der Arbeit ist Ihre wichtigste Verbündete: Fehlt sie, werden Sie später öfter mahnen müssen. Sparen Sie nicht mit Lob und direktem Lohn: Im frisch geputzten Ofen können Sie nachher eine Pizza backen, die in der Sofaritze wieder aufgetauchte DVD können Sie gemeinsam anschauen etc. Die gewonnene Zeit kann jeder so verbringen, wie er gern mag – und zwar mit bestem Gewissen.

Beachten Sie auch den Arbeits- und Biorhythmus aller Beteiligten und vergessen Sie nicht, dass Gerechtigkeit keine Konstante ist. Was dem einen Freude macht, kann für den anderen eine Qual bedeuten. Hier geht Effekt vor Erziehung: Berücksichtigen Sie im Putzplan persönliche Vorlieben, wann immer es möglich ist.

Aufgabenverteilung und Zeitmanagement beim Putzplan

Teilen Sie für den Putzplan das gesamte Aufgabenfeld in räumliche und zeitliche Teilbereiche ein. Sortieren Sie Arbeiten nach ihrer Priorität und unterscheiden Sie dabei auch zwischen wichtigen und dringenden Aufgaben. Dabei können Sie sich am sogenannten Eisenhower-Prinzip orientieren.
Klassische Aufgaben, die täglich erledigt werden müssen, sind etwa:

– Kochen und Küche aufräumen

– Toiletten (auch Katzentoiletten, Tierkäfige o. Ä.) sowie Waschgelegenheiten und Spiegel im Bad reinigen

– Benutztes Geschirr und getragene Wäsche zusammensuchen, Geschirr spülen

– Alle Räume lüften, Abfälle zusammensuchen und korrekt entsorgen

Ein- bis mehrmals in der Woche zu erledigen sind z. B. diese Arbeiten:

– Wäsche waschen, aufhängen, abnehmen, einräumen, …

– Staub saugen, Abstauben, Böden wischen

– Betten beziehen

– Einkaufen

– Blumen gießen

– Müll rausstellen, Leergut wegbringen

Auch Arbeiten, die relativ selten oder unregelmäßig erledigt werden müssen, können mit in den Putzplan. Dazu gehören u. a.:

– Treppen, Türen, Fenster, Vorhänge, Polstermöbel, Kacheln etc. reinigen

– Schränke, Schubladen und Regale reinigen und Inhalt ausmisten

– Arbeiten in Keller, Garten oder Hof

– Backofen, Heiz- und Kühlgeräte reinigen

– Spinnweben entfernen

Der Putzplan steht und fällt mit den Putzenden

Oft wird erst durch den Putzplan deutlich, wie viele verschiedene Arbeiten nötig sind, damit auf Dauer alles sauber und gemütlich bleibt. Die konsequente Umsetzung des Plans zeigt aber auch, dass gut verteilte und durchdachte Routinen sich mit relativ wenig Aufwand und Stress erledigen lassen.
Der Putzplan muss zuerst zu den Menschen passen und dann in den Situationskontext. Je nach Anzahl der Räume, Personen und Anforderungen kann ein detaillierter Jahresplan in Form einer Excel-Tabelle sinnvoll sein – oder auch die traditionelle, selbstgebastelte Drehscheibe aus Pappe, die die drei wichtigsten (oder unbeliebtesten) Arbeiten den Beteiligten im Tages- oder Wochenrhythmus zuweist.

Wichtig ist, dass jeder sich am Putzplan persönlich beteiligt fühlt. Es geht vorrangig um gemeinsame Interessen, deren Wahrung zwar nicht in jedem Moment Spaß macht, sich unterm Strich jedoch für alle lohnt. Das lässt sich sogar durch Zahlen demonstrieren: Vernünftige Organisation im Haushalt spart viel Geld, etwa Strom-, Reparatur- oder Neuanschaffungskosten. Wenn nichts vergammelt und vergessen wird, ist in der Haushaltskasse mehr Luft nach oben; zudem wird so verhindert, dass sich Kleinigkeiten aufstauen und schließlich zu schier unüberwindlichen Hürden oder komplizierten Herausforderungen werden.

Der Putzplan ist ein gutes Haushaltstraining in der Familie und macht Heranwachsende stark für das spätere selbstständige Leben. Planmäßiges Arbeiten schult die Wahrnehmung, die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis und somit Verantwortungsbewusstsein, Lern- und Leistungsbereitschaft.
Als Mittel zur Selbstorganisation, in der Partnerschaft oder im Berufsalltag kann der Putzplan festgefahrene Strukturen oder Rollenverhältnisse aufbrechen, Konflikten vorbeugen und somit einen guten Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben darstellen.

Wer schon beim Erstellen von seinem ersten Putzplan Zeit sparen möchte, findet im Internet verschiedene Modelle und Vordrucke, die Ideen liefern und die ersten Schritte erleichtern und beschleunigen.

Bildquelle: © Gina Sanders / Fotolia.com

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