Schimmelallergie – Die Folgen einer Schimmelpilzallergie

Eine stetig laufende Nase, Husten, allergisches Asthma, Kopfschmerzen, ein geschwächtes Immunsystem: Wenn derlei Symptome auftreten, geraten oft Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaare als Auslöser in Verdacht. Doch es kann sich ebenso um eine Schimmelpilzallergie handeln. Das fällt oftmals allerdings erst dann auf, wenn Schimmel in der Wohnung auftritt oder die Allergie zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt wird.

Schimmelpilzallergie: Was ist das?

Bei einer Schimmelpilzallergie reagiert die körpereigene Abwehr allergisch auf Schimmelpilzsporen oder Bruchstücke von Schimmelpilzen. Das Immunsystem erkennt diese als Fremdkörper oder Krankheitserreger und leitet entsprechende Reaktionen, wie Entzündungen und Schwellungen ein.
Die Sporen und Stücke können über die Atemluft, ebenso aber über Nahrungsmittel und Hautkontakt in den Körper gelangen und hier für eine immense Beeinträchtigung sorgen.

Schimmelpilzallergie: Symptome erkennen

Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Wird er über die Atemluft aufgenommen oder gerät in Kontakt zur Haut und Schleimhaut, sind die folgenden Symptome möglich:

  • Niesen
  • Husten
  • Fließschnupfen, also eine laufende Nase
  • Tränende, juckende Augen
  • Juckreiz und Hautirritationen im Gesicht

Bei schwereren Verläufen können allergisches Asthma, Atemnot, Schwellungen und Nesselfieber auftreten.

Werden die Schimmelallergene über die Nahrung aufgenommen, sind typische Symptome hingegen:

  • Juckreiz und Schwellungen im Mundraum und Rachen
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Durchfälle
  • Krämpfe und Schmerzen
  • Generelle Verdauungsstörungen
  • Hautausschläge

Hinzukommen allgemeine Symptome, wie Kopfschmerzen und eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Auffällig ist, dass sich die Symptome ganzjährig zeigen. Gerade bei einer Allergie gegen in der Natur vorkommende Schimmelarten können sich die Anzeichen im Sommer und Herbst verschlimmern. Dann nämlich finden sich besonders hohe Konzentrationen in der Luft. Bei einer Allergie gegen Schimmel in der Wohnung werden sich die Symptome hingegen vor allem bei einem längeren Aufenthalt in Innenräumen intensivieren.

Wie wird eine Schimmelallergie festgestellt?

Eine Allergie gegen Schimmelpilze kann durch ärztliche Untersuchungen diagnostiziert werden. Bei diesen wird zumeist eine Auswahl in Frage kommender Allergene als Lösung auf die Haut getropft und diese im Anschluss kaum spürbar angeritzt. Neben diesem sogenannten Pricktest stehen zusätzlich Blutuntersuchungen und Provokationstests zur Absicherung der Diagnose zur Auswahl.

Schimmel in der Wohnung? Das schafft AbhilfeSchimmel

Eine hohe Luftfeuchte, ungünstiges Lüften, verschmutzte Luftfilter und Filtermatten in Klimaanlagen, aber auch Müll und Blumenerde können Schimmelquellen in der Wohnung sein. Derlei Quellen sind durchaus nicht immer offensichtlich. Oftmals verbirgt sich der Schimmel hinter Möbeln, fällt an Fensterdichtungen nicht weiter auf oder ist in Lüftungen und Klimaanlagen durch Abdeckungen gut verborgen. Sogar Schimmel auf der Pflanzenerde kann zunächst mit Kalkablagerungen oder Schimmelbeläge am Mülleimer mit schlichten Verschmutzungen verwechselt werden. Um diese zu beseitigen, ist also genaues Hinsehen und im Anschluss das richtige Vorgehen gefragt. Die folgenden Tipps helfen dabei.

1. Inspiziere typische Schimmelquellen. Dazu gehören:

  • Spüle und Waschbecken, offenliegende Rohre und den Bereich darunter
  • Fliesenfugen, Fensterabdichtungen und –rahmen
  • Klimaanlagen und Lüftungen
  • Die Bereiche hinter ALLEN Möbeln, auch wenn es dazu nötig ist, den riesigen Kleiderschrank oder die Anbauwand zu verrücken
  • Den Innenraum von Schränken
  • Mülleimer
  • Die Zimmerdecken
  • Alle Lebensmittel
  • alle Zimmerpflanzen und Blumenvasen
  • Aquarienabdeckungen

2. Frage Deine Nachbarn, ob diese in der Vergangenheit oder gegenwärtig Probleme mit Schimmel in der Wohnung hatten.

Bei bisher unbemerkt undichten Rohrleitungen und Schäden an der Fassade tritt Schimmel oftmals in mehreren übereinanderliegenden Wohnungen auf.

3. Überprüfe Dein Lüftungsverhalten.

Richtiges Lüften ist das A&O.

Alle Menschen sind der Meinung, richtig zu lüften. Ist es stickig oder wirkt die Luft verbraucht, werden eben die Fenster geöffnet. Doch ganz so einfach ist es leider nicht. Richtig gelüftet wird von warm nach kalt, von feucht nach trocken. Ist es draußen kälter als drinnen, können die Fenster bedenkenlos geöffnet werden. Die warme Luft aus dem Innenraum speichert mehr Feuchtigkeit und wird beim Lüften nach außen getragen. Die kühlere, trockenere Luft kommt nach innen und entzieht dem Schimmel eine wichtige Grundlage. Wird hingegen nach Belieben gelüftet und dazu nicht ausreichend geheizt, schlägt sich die Luftfeuchte an Wänden, Möbeln und auf allen Textilien nieder und bietet Schimmel den idealen Nährboden.
Dazu muss das Lüften angepasst sein. Wohnst Du allein, duschst wassersparend und nicht mehr als ein paar Minuten pro Tag, kochst selten, heizt regelmäßig, hast zwei anstatt zwanzig Zimmerpflanzen, wäschst und trocknest Deine Wäsche außerhalb der Wohnung – dann reichen die empfohlenen fünf bis zehn Minuten Stoßlüften zweimal täglich vollkommen aus. Die Realität sieht aber meist anders aus.
Da wird schon mal zehn bis zwanzig Minuten geduscht. Brodelnde Kochtöpfe und der Geschirrspüler stoßen Unmengen an Wasserdampf in die Räume. Nasse Erde und Blumenvasen befeuchten die Luft. Daneben trocknet die Wäsche aber die Heizung bleibt aus, um Kosten zu sparen. Bereits bei zwei oder mehr Mitbewohnern, die jeweils auch nur 5 Minuten täglich duschen, aller paar Tage kochen und dazu schlicht und einfach atmen, steigt die Luftfeuchte immens an. Das Lüftungsverhalten wird aber selten entsprechend angepasst. Hinzukommen die modernen Abdichtungen von Fenstern und besonders dichte Wände. Nur häufiges, richtiges und langes Lüften sowie gegebenenfalls Luftentfeuchter schaffen dann Abhilfe. Gleiches gilt, wenn eine umfassende grüne Ecke gehegt und gepflegt wird, Schnittblumen als Dekoration dienen oder ein Aquarium der lebendige Blickfang im Raum ist.

4. Schimmel vorbeugen und beseitigen

Das A und O bei der Vorbeugung von Schimmel ist das obig beschriebene, richtige Lüften und Heizen. Auch Schlafräume, die für den Komfort gut ohne Heizung auskommen würden, sollten für ein optimales Klima regelmäßig beheizt und sowohl vor als auch nach dem Schlafen lange belüftet werden. Anderenfalls sind der Ausbruch von Schimmel, eine Schimmelpilzallergie oder andere dadurch ausgelöste Beschwerden nahezu vorprogrammiert.
Davon abgesehen sollten vorhandene Schimmelpilze und -quellen schnellstmöglich beseitigt werden. Dazu gehört:

  • Undichte Rohre und Leitungen abdichten
  • Wäsche außerhalb der Wohnung trocknen
  • Klimaanlagen und Luftfilter regelmäßig reinigen und wechseln
  • Stoßlüften mit geöffneten Zimmertüren
  • Tägliche Entfernung von Müll und Essensresten und regelmäßige Reinigung der Behälter
  • Ausreichender Abstand zwischen Zimmerpflanzen und häufige Kontrollen der Erde, häufiger aber weniger Gießen
  • Vor allem große Möbelstücke von den Wänden abrücken

Muss ich bei einem Schimmelbefall in der Wohnung in jedem Fall ausziehen?

Putzen

Nein. Oftmals lassen sich Schimmelpilze in der Wohnung durch entsprechende Mittel und Maßnahmen nachhaltig entfernen. Schimmeln Wände immer wieder, kann die Ursache auch in Schäden an der Fassade oder undichten Leitungen liegen. Sobald diese beseitigt sind, kommt es auch nicht mehr zu neuen Allergenen.

Was kann ich gegen eine Schimmelpilzallergie unternehmen?

Zuerst einmal sollte klar sein, welche Sporen und Arten die Schimmelpilzallergie auslösen. Dies lässt sich wiederum nur durch ärztliche Tests feststellen. Erst dann ist es möglich, die entsprechenden Allergene zu beseitigen oder zu meiden. Eben dieses Vorgehen sollte der erste Schritt gegen die Schimmelpilzallergie sein.

In der Folge können Luftfilter für Allergiker, spezielle Medikamente und ein angepasstes Verhalten sowie allergikerfreundliches Putzen Linderung bringen. Die Schwere der Symptome wird reduziert, ebenso wie die Häufigkeit des Auftretens. Eine Heilung der Schimmelpilzallergie lässt sich damit allerdings nicht bewirken. Wohl aber die sogenannte Hyposensibilisierung. Bei dieser ärztlichen Therapie wird der Organismus langsam und kontrolliert an die Allergene gewöhnt, bis es nicht mehr zu allergischen Symptomen kommt. Dieser Prozess ist zwar langwierig, kann die Schimmelpilzallergie aber tatsächlich beseitigen oder zumindest deutlich mindern.

Bei einem Auszug beziehungsweise Umzug ist hingegen nicht garantiert, dass es wirklich zu einer Verbesserung der Schimmelpilzallergie kommt. Vor allem dann, wenn der Auslöser gar nicht in der Wohnung, sondern in Nahrung oder Natur zu finden ist, bringt ein Wechsel der vier Wände nur Stress aber keine Linderung.

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