Silvester: Wer zahlt welche Schäden?

Silvesterschäden, wer ist zuständig?

Die erste eigenen vier Wände laden regelrecht zu einer Silvester-Party ein. Leider ist diese nicht immer nur mit positiven Ereignissen verbunden. Wenn es bei der Silvesterparty in der ersten eigenen Wohnung hoch her geht, kann es schnell zu Schäden führen, die nicht nur die Partystimmung trüben. Hier ist es wichtig, zu wissen, wer für die Schäden aufkommt und wer haften muss. Zur ersten Wohnung gehört deshalb neben Möbeln auch die richtige Versicherung, die dann zahlt, wenn es an Silvester an der falschen Stelle knallt.

Silvester: Schäden am Mobiliar

Schnell kann es bei einer Party zum Neujahrswechsel hoch her gehen. Werden hier teure Einrichtungsgegenstände beschädigt, weil einer der Partygäste vielleicht im Eifer des Gefechts, irgendetwas umstösst, so gilt in der Regel das Verursacherprinzip. Das bedeutet, dass die Person, die den Schaden verursacht hat, auch für die Haftung zuständig ist. In diesem Fall ist nicht der Wohnungseigentümer, sondern die Haftpflichtversicherung des Verursachers haftbar zu machen, bei der der Schaden unverzüglich zu melden ist. Am besten werden die Schäden fotografiert und auch Zeugen schriftlich festgehalten. Nachdem die Schadensmeldung eingegangen ist, kann die Versicherung einen Besuch abstatten und nimmt den Schaden und den Vorgang auf.

Selbstverursachte Schäden

Oft werden gerade an Silvester kleine Tischfeuerwerke veranstaltet oder Wunderkerzen angezündet. Kommt es hier zu Schäden an dem eigenen Mobiliar, die man aus Unvorsicht selbst verursacht hat, so zahlt die eigene Hausratversicherung. Entzünden allerdings Gäste in der Wohnung einen Knaller, der Schäden verursacht, so muss die Haftpflichtversicherung des Verursachers den Schaden regulieren.

Schäden am Haus

An Silvester werden üblicherweise Knaller gezündet. Verirrt sich ein Knaller und trifft das eigene Haus, kann es hier zu Beschädigungen kommen. Hier tritt die Gebäudeversicherung des Vermieters in die Haftung. Jeder Hausbesitzer ist verpflichtet eine solche Versicherung zu haben. Ist die erste eigene Wohnung eine Mietwohnung, so sollte zeitnah der Vermieter informiert werden.

Das gilt auch, wenn ein Knaller sich verirrt und versehentlich den Dachstuhl trifft, ist das eine Angelegenheit der Gebäudeversicherung. Alle Schäden, die an Wänden im Inneren und Äußeren des Hauses geschehen, fallen in den Bereich der Gebäudeversicherung. Schäden, die von Mietern an dem Haus verursacht werden, werden in der Regel von dieser Versicherung geregelt.

Auch bei grober Fahrlässigkeit haftet die Versicherung

An Silvester geschehen zahlreiche Unfälle oder Beschädigungen unter Alkoholeinfluss. Werden Personen verletzt oder die Wohnung beschädigt, so haftet die Haftpflichtversicherung der Person, die den Schaden verursacht hat. Das gilt auch für den Fall, dass diese Person unter Alkoholeinfluss stand. In diesem Fall besteht zwar „grobe Fahrlässigkeit„, die auch festgestellt wird. Der Schaden wird aber trotzdem seitens der Haftpflichtversicherung getragen. Allerdings gilt diese Regelung nicht für vorsätzliche Handlungen, die einen Schaden verursachen. Hat der Verursacher also wissentlich und willentlich den Schaden verursacht, so trifft keine Versicherung eine Regulierungspflicht.

Wer zahlt bei Schäden durch Raketen?

Silvester ist immer mit Raketen und Feuerwerkskörpern verbunden. Stehen die Gäste der Party auf dem Balkon oder dem Garten, kann eine falsch geleitete Rakete schlimme Folgen haben. Gelangt diese aus Versehen vom Balkon oder dem Garten in den Innenbereich, können hier schnell Schäden und im schlimmsten Fall ein Brand verursacht werden. Schäden am Mobiliar zahlt dann immer die Hausratversicherung. Das gilt auch für Schäden, die durch das eintretende Löschwasser verursacht worden sind, wenn es zu einem Feuerwehreinsatz gekommen ist. Es ist also immer lohnend, die eigene Wohnung vor der Party an Silvester zu fotografieren. So kann man zum einen belegen, dass die Wohnung vor dem Schaden in einem einwandfreien Zustand war und zum anderen beweisen, dass die beschädigten Geräte und das Mobiliar auch tatsächlich in der Wohnung waren. Es lohnt sich aber trotzdem vor Silvester zumindest auf dem Balkon feuergefährliche Dinge zu entfernen. Hier ist Vorsicht immer noch besser als Nachsicht.

Brandlöcher und Flecken

Gerade auf der ersten eignen Silvester-Feier in der eignen Wohnung, lässt man viel durchgehen. Verschüttet ein Gast ein Glas Rotwein auf der Couch, dem neuen Teppich oder hinterlässt Spuren auf dem Parkett, so zahlt die Haftpflichtversicherung des Schädigers. Wenn Gäste dann auch noch in der Wohnung rauchen, ist man nicht vor Brandlöchern sicher. Fällt einem Gast die Zigarette versehentlich herunter, dann muss der Verursacher diesen Schaden auch begleichen. Hier greift die Haftplichtversicherung des Schädigers. Das gilt auch, wenn eine Person in der Wohnung von einer Rakete getroffen ist. Leider gibt es immer wieder Scherzkekse, die spontan eine Rakete anzünden, die dann einen Menschen trifft. Der vermeintliche Schütze wird dann haftbar gemacht und muss diesen Schaden der privaten Haftpflichtversicherung melden. Wer sich allerdings selbst verletzt, wenn er eine Rakete zündet, erhält die anfallenden Behandlungskosten seitens der eigenen Krankenversicherung.

Wer zahlt wann?

Raketen, Party und Übermut: Diese drei Begriffe gehören auch zu Silvester. Pünktlich zum Jahreswechsel werden bei Versicherungen vermehrt Schäden eingereicht. Silvester sorgt für gehobene Stimmung, die oft in schlimmen Unfällen endet oder große Schäden anrichtet. Damit die Schäden von der Silvester keinen unangenehmen Kater hinterlassen, haften Versicherungen. Für Silvester-Schäden am Haus oder im Haus ist generell die Wohngebäudeversicherung des Hauseigentümers haftbar. Sonderfälle, wie zum Beispiel zerstörte Markisen durch eine Rakete oder kaputte Briefkästen, werden abhängig vom jeweiligen Leistungsumfang der gewählten Versicherung reguliert. Verursacht ein Gast in einer fremden Wohnung oder im Haus durch Unachtsamkeit einen Schaden, so gilt hier immer das Verursacherprinzip. Dieser Schaden ist also von der Person zu begleichen, die den Schaden auch schuldhaft verursacht hat. Hier leistet die Haftpflichtversicherung für Schäden an Gegenständen. Der Nutzen der Haftpflichtversicherung liegt darin begründet, dass die Schäden zahlt, die anderen Menschen oder fremden Gegenständen schuldhaft zugefügt werden.

Verletzt man sich jedoch selbst beim Zünden von Raketen oder mit Feuerwerkskörpern und muss ärztlich behandelt werden, so greift in diesem Fall die eigene Krankenversicherung. Behält man allerdings dauerhafte Schäden, so können diese über die private Unfallversicherung geltend gemacht werden. Allerdings gilt der Schutz nur, wenn handelsübliche Feuerwerkskörper verwendet wurden. Greift man zu selbstgebastelten Modellen und verletzt sich und andere Personen, geht der Versicherungsschutz verloren und man wird persönlich haftbar gemacht. Zudem ist das Hantieren mit illegalen Feuerwerkskörpern an Silvester auch strafrechtlich relevant. Wird ein Fahrzeug, das am Straßenrand oder auf einem Parkplatz steht, durch falschgeleitete Feuerwerkskörper beschädigt, so haftet der Verursacher, wenn er auf frischer Tat ertappt wird. Dann zahlt die private Haftpflichtversicherung. Allerdings nur für den Fall, dass diesem kein Vorsatz nachzuweisen ist. Wird der Schaden am Fahrzeug allerdings erst am nächsten Tag festgestellt, so kann die eigene Teilkaskoversicherung unter Umständen zahlen, wenn Explosionsschäden oder Brandschäden am Fahrzeug sind. Bei einem Schmorschaden oder einem Sengschaden, der durch einen glimmenden Böller verursacht wurde, greift der Versicherungsschutz leider nicht. Vandalismusschäden, die entstehen können, weil Personen sich vielleicht auf das Fahrzeug gesetzt haben oder dieses beschädigt haben, werden in der Regel aber ausschließlich von der Versicherung des Fahrzeugeigentümers bezahlt, wenn eine Vollkaskoversicherung besteht.

Bildquellen:
Bild 1: © food pictures studio / Fotolia.com

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