Wände streichen: Tipps & Tricks

Am Bau und beim Renovieren gibt es so viele verschiedene Arbeiten, dass natürlich auch einige dabei
sind, die der Bauherr selbst erledigen kann. Das Hauptargument ist, dadurch eine Menge Geld zu
sparen. Die Materialkosten fallen trotzdem an, aber der Arbeitslohn muss nicht gezahlt werden und
dieser macht den Mammutanteil der Kosten aus. Wände zu streichen gehört zu den Aufgaben am Bau,
die ein Laie relativ schnell erlernen und selbst ausführen kann. Mit Hilfe von ein paar einfachen
Tricks und Tipps ist es noch leichter, die Wände selbst zu streichen.

Vorbereitung der Wand

Der erste Schritt ist die Vorbereitung der Wand, die gestrichen werden soll. Ist die Wand, um die es
geht schon mit Farbe versehen, so muss als erstes getestet werden, ob sie einfach überstrichen
werden kann oder ob eine Vorbehandlung nötig ist. Der einfachste Test besteht darin, ein Stück
Klebeband auf der Wand anzubringen und es mit einem Ruck abzuziehen. Bleiben Teile der alten Farbe
an dem Klebeband hängen, so besteht die Gefahr, dass die Farbe mit der Zeit abblättert. In diesem
Fall muss die Wand vorbehandelt werden. Dazu braucht man sogenannten Tiefengrund, der im Baumarkt
oder Malergeschäft erhältlich ist. Dieser Tiefengrund sorgt dafür, dass die Wand die neue Farbe
gleichmäßig aufnimmt, dass sich alte Farbreste nicht lösen und dass nicht an manchen Stellen mehr
und an anderen weniger Farbe aufgetragen wird. Wer eine vollkommen neue Gipskartonwand vor sich hat,
der muss diese natürlich nicht mit Tiefengrund behandeln, sondern kann gleich mit dem Streichen
beginnen. Die Vorbehandlung ist nur bei Renovierungen und Überstreichen eventuell nötig.

Überstreichen von Tapeten

Eine Variante ist das Streichen auf einer Tapete. Dazu muss natürlich zunächst eine Tapete
angebracht werden. Das Streichen auf der Tapete ist verhältnismäßig einfach. Besondere Vorsicht
ist nur beim Überstreichen von Fototapeten oder von strukturierten Tapeten nötig. Bei einer
Fototapete sollte man einen kleinen Bereich streichen, um zu sehen, ob die gewählte Farbe die
Farben auf der Tapete zuverlässig überdeckt. Bei Fototapeten mit sehr großen Farbunterschieden
empfiehlt es sich normalerweise, die Tapete vor dem Streichen der Wände abzulösen.

Erste Schritte beim Streichen der Wände

Tapete entfernen.

Zunächst muss der Boden abgeklebt werden. Entweder legt man den Boden mit Zeitungen aus und befestigt diese an der Fußleiste mit Klebeband, so dass eine gerade Kante entsteht. Oder man nimmt Plastikbahnen, die es im Baumarkt gibt. Diese werden auch mit bereits am Rand angebrachtem Klebeband angeboten, so dass das flächige Verlegen und Ankleben noch einfacher ist. Die Decke muss ebenfalls abgeklebt werden. Hier nimmt man in der Regel nur ein Kreppklebeband, das die Kante markiert. Die Farbe sollte auf jeden Fall sehr gründlich umgerührt werden, entweder mit einem Holzstück oder mit einem professionellen Farbrührgerät. Auch durch das Umrühren wird das Ergebnis gleichmäßiger. Wenn man mit einer Wand einmal angefangen hat, sollte man diese fertig streichen, um sichtbare Kanten zu vermeiden. Wer die Steckdosen nicht abmontieren will, klebt diese auch mit Kreppband ab, möglichst akkurat einmal rund herum.

Tricks zum Streichen von Wänden

Ein Tipp für eine gleichmäßige Farbaufbringung ist das nass-in-nass streichen. Dabei arbeitet man
mit einer Rolle oder Rollwalze. Sie muss stets mit einer Schicht Farbe versehen sein. Man beginnt
auf einer Seite und arbeitet sich in eine Richtung fort, wobei man immer mit der nächsten Rolle
teilweise über die Fläche streicht, die gerade erst überstrichen wurde, solange die Farbe noch
nicht getrocknet ist. Diese Methode wenden professionelle Maler an, weil so vermieden wird, dass auf
den fertigen Wänden keine Kanten zu sehen sind. Je nachdem, wie hoch die Wände sind, die
gestrichen werden sollen, ist es empfehlenswert, eine Teleskopstange zu verwenden. Wenn man die
Rolle in der Hand hält, übt man in der Höhe automatisch weniger Druck aus als weiter unten. Mit
dieser Stange verhindert dies und sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis.

Das richtige Werkzeug

Die Frage, ob ein Pinsel oder eine Rolle besser geeignet ist, kann beantwortet werden, wenn man
einen auf Blick auf die Wände wirft, die es zu streichen gilt. Wenn die Flächen groß und
zusammenhängend sind, dann ist eine Rolle besser geeignet, weil sie die Arbeit schneller und
leichter macht. Wer viele Ecken, Kanten und Schrägen im Raum hat, der kann mit einem Pinsel besser
bedient sein, weil der leichter in Ritzen, Ecken und Fugen eindringt. Unter den Rollen gibt es
große Unterschiede. Manchmal findet man auf dem Farbeimer eine Empfehlung des Herstellers, welche
Art von Rolle für die jeweilige Farbe am besten geeignet ist. Ansonsten raten Profis in der Regel
zu Rollen aus Lammfell. Lammfell soll die Farbe am besten aufnehmen. Ein Abtropfgitter ist ebenfalls
ein hilfreiches Utensil. Man taucht die Rolle in die Farbe und fährt dann über das Gitter, um
überschüssige Farbe von der Rolle zu entfernen und zu verhindern, dass die Farbe tropft. Tropfen
können auf der Wand zu Unebenheiten führen.

Dunkle Farben

Pinsel.

Weiße Wände muss man oft nur einmal streichen, vor allem wenn man sich für eine hochwertige
hochdeckende Farbe entscheidet. Wer sich für eine dunkle Farbe entschieden hat, sollte zwei
Durchgänge vorsehen. Den ersten Anstrich sollte man gründlich trocknen lassen, bevor der zweite
Anstrich erfolgt. Auch wenn der erste Anstrich fleckig wirkt, sollte man nie an einigen Stellen
nachbessern, sondern erst die ganze Wand trocknen lassen und dann erst den zweiten Durchgang
starten. Ein Trick für perfekte Kanten bei zwei Farben ist das Streichen des Kreppbandes mit
weißer Farbe, bevor man die farbige Fläche angeht. Damit verhindert man, dass die dunklere Farbe
unter das Kreppband dringt und die Kante ausgefranst wirkt. Wer sich einen bestimmten Farbton
wünscht, der findet vielleicht in der Farbpalette im Baumarkt nicht seine Traumfarbe. Es gibt zwei
Möglichkeiten: die Farbe selbst zu mischen oder sie im Baumarkt oder Farbgeschäft mischen zu
lassen. Als Laie ist es eine gute Idee, sich die Farbe vom Profi mischen zu lassen, denn es ist
schwer, einzuschätzen, wie ein Farbton im Eimer später auf der Wand wirkt. Getrocknet ist die
Farbe oft viel dunkler. Außerdem kann der Mitarbeiter im Baumarkt mit seiner Maschine zwei oder mehrere Eimer voll Farbe mischen, die exakt das gleiche Mischungsverhältnis haben.

Bildquellen:
Bild 1: © Firma V / Fotolia.com
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