Wohnungspreise in der Großstadt

Vergleich Wohnungspreise Hamburg, Berlin und München

Keine Frage: Das Leben in der Großstadt ist teuer. Dazu tragen besonders die Mieten bei, die in Ballungsräumen deutlich höher ausfallen als in weniger dichtbesiedelten Regionen, doch auch die sonstigen Lebenshaltungskosten sind in den deutschen Großstädten meist über dem Bundesdurchschnitt. Allerdings macht es einen Unterschied aus, ob Sie in München, Hamburg oder Berlin wohnen – und das nicht nur bei den Kosten, sondern auch beim Einkommen. Ist München immer noch das teuerste Pflaster in Deutschland und wohnt man in Berlin auch heute noch so günstig wie früher? Und was ist mit der Lebensqualität, in welcher deutschen Großstadt kann man am besten leben? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende Artikel.

Jede Großstadt hat ihren eigenen Reiz

Berlin ist eine Weltstadt und dementsprechend attraktiv für Touristen, doch dank der florierenden Wirtschaftslage, auch aufgrund der zahlreichen erfolgreichen Start-Ups, ist Berlin für immer mehr Menschen nicht nur eine Reise wert, sondern gleich einen Umzug in die Spreemetropole. Die Berliner Luft und Schnauze machen die Großstadt für viele besonders interessant, und nicht zuletzt locken zahlreiche kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Hotspots, wie etwa die bundesweit einmalige Gründerszene in Berlin.

Nach München kommen jedes Jahr Millionen Touristen, und das nicht nur zum Oktoberfest. Die bayerische Hauptstadt gilt als weltoffen und dennoch bodenständig, die Nähe zu den Alpen und die umliegende Natur machen München zu einer besonders attraktiven Großstadt, zudem ist die wirtschaftliche Situation der Stadt und Region überdurchschnittlich gut, Fachkräfte haben hier gute Aussichten auf gutbezahlte Jobs bei namhaften Unternehmen – auf der anderen Seite sind die Kosten in München besonders bei der Miete deutlich höher, die Großstadt führt seit Jahren die Statistik an, teurer als in München wohnt man in keiner anderen deutschen Großstadt.

Und Hamburg? Auch diese Großstadt bietet ein eigenes Flair auf und steht wie keine andere Stadt in Deutschland für den internationalen Handel: Hamburg ist Deutschlands Tor zur Welt und zudem die Medienhauptstadt der Republik mit den meisten Verlagen, Medienanstalten und angeschlossenen Industrien und Dienstleistungen.

Wohnungspreise im Vergleich

Die Miete macht bei den meisten deutschen Haushalten den Löwenanteil der monatlichen Kosten aus, daher ist die generelle Mietpreissituation in einer Stadt ein guter Indikator. Wie erwähnt, liegt München mit deutlichem Abstand an der Spitze, hier sind Nettokaltmieten von bis zu 18,30 Euro in der Altstadt möglich und werden von solventen Mietern auch aufgebracht. Doch wer in einer Großstadt möglichst zentral wohnen will, zahlt nicht nur in München hohe Summen, auch in Berlin und Hamburg sind mittlerweile zweistellige Quadratmetermieten in den besonders begehrten Innenstadtlagen die Regel.

Zudem steigen die Mieten in einer Großstadt überproportional an, trotz aller Versuche der Politik, die Mieten zu begrenzen, sorgen die steigende Nachfrage und die immer knapper werdende Wohnraumsituation für Steigerungsraten bei Neuvermietungen von bis zu 20 Prozent im Jahr – und bilden damit die Basis für den Mietspiegel, der zum Vergleich der ortsüblichen Miete herangezogen und jedes Jahr neu ermittelt wird.

Lebenshaltungskosten in der Großstadt

Allerdings sorgt eine hohe Bevölkerungsdichte nicht nur für höhere Mietpreise, sondern wirkt sich auch auf die Lebenshaltungskosten aus. Denn ein höherer Wettbewerb sorgt etwa im Bereich Lebensmittel für niedrigere Kosten und eine größere Auswahl, damit lassen sich die monatlichen Kosten zumindest partiell beherrschen. Zu den Lebenshaltungskosten zählen auch beispielsweise die Ausgaben für die beruflich oft geforderte Mobilität – also für Auto oder öffentliche Verkehrsmittel. Parkplätze sind in jeder Stadt knapp und teuer, dazu sorgen verstopfte Straßen für Frust bei vielen Autofahrern, immer mehr steigen daher auf Bus und Bahn um. Und hier hat das vermeintlich teure München im Vergleich die Nase vorn, ist doch hier eine Monatskarte mit rund 70 Euro am günstigsten, während in Berlin fast 80 Euro und in Hamburg etwa 100 Euro Kosten im Monat anfallen. Dennoch sind die sonstigen Lebenshaltungskosten in München deutlich über dem Durchschnitt. Zusammengefasst: München ist die teuerste Großstadt, gefolgt von Hamburg. Berlin ist im Vergleich der drei Städte am günstigsten.

Eine Frage der Lebensqualität

Natürlich sind finanzielle Aspekte nicht das einzige Kriterium, vielmehr spielt die Lebensqualität in einer Großstadt eine entscheidende Rolle. Berlin hat den Tiergarten, die Spree und viele kleine und größere Seen, die im Sommer tausende von Besuchern anlocken. Kulturell bietet die Metropole Vielfalt und Innovation und wer von der Großstadt zu viel bekommt, kann schnell ins benachbarte Brandenburg gelangen und dort Natur pur genießen. Auch innerhalb von Berlins Grenzen lässt sich eine Menge erleben, zahlreiche Kneipen und Cafés laden herzlich ein. Der Berliner an sich gilt zu Recht als weltoffen, neugierig und freundlich, allerdings darf man sich nicht von seiner großen Klappe abschrecken lassen, sondern muss die Berliner Schnauze zu nehmen wissen.

München kann auch in Sachen Lebensqualität punkten, grüne Oasen in der Stadt wie der Hofgarten, der Olympiapark und der Englische Garten schaffen Abstand zur Hektik und werden bei jedem Wetter von Spaziergängern genutzt. Die Biergärten mit ihrer offenen Atmosphäre und Gemütlichkeit sind nicht nur bei Touristen beliebt, sondern helfen Neumünchenern dabei, Kontakte zu knüpfen und anzukommen. Allerdings tun sich viele Zugezogene schwer mit der deftigen heimischen Küche und dem in München und Bayern gesprochenen Dialekt, der zwar zu den beliebtesten deutschen Dialekten zählt, jedoch für Neulinge oft nicht einfach zu verstehen ist.

Auch Hamburg bietet gestressten Städtern reichlich Gelegenheit, sich zu entspannen. Die über das gesamte Stadtgebiet verteilten Parkanlagen machen Hamburg im Vergleich zur grünsten Großstadt in Deutschland. Zudem ist die Nordsee von Hamburg aus schnell zu erreichen, wer also die „Nase in den Wind hängen will“, hat hier beste Chancen, die Großstadt hinter sich zu lassen. Hamburger gelten als unterkühlt und wortkarg und machen es dementsprechend für Neuzuzügler schwer, anzukommen und sich heimisch zu fühlen. Auch das Wetter im Norden ist häufig kälter und regnerischer als im Rest der Republik, doch das nimmt der Hamburger wie vieles mit großer Gelassenheit und einem eigenen Humor.

Hamburg, Berlin oder München – wo lebt es sich am besten?

Die Frage nach der optimalen Großstadt lässt sich nur schwer pauschal beantworten. Wer einen lukrativen Job hat, der kann in jeder der Städte gut leben und sich eine attraktive Wohnung leisten. Bei Berücksichtigung aller Faktoren, also nicht nur der finanziellen Aspekte, liegt Berlin jedoch im Vergleich vorne, denn die Bundeshauptstadt bietet wie keine andere kulturelle Vielfalt, Innovationen und Lebensqualität. Für Gründer ist Berlin die ideale Stadt, auch was Wissenschaft und Forschung angeht, liegt die Metropole international in einer Führungsposition. Und nicht zuletzt sind es die Berliner selber, die ihre Stadt so attraktiv machen, hier nahm die friedliche Revolution in Deutschland ihren Lauf, die zur Wiedervereinigung führte, und dieser Geist liegt auch nach über 25 Jahren noch in der Luft und wird von den Menschen gelebt.

Bildquelle: © prescott09 / Fotolia.com

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